Werbinich : Dürften sich bitte endlich mal die Jungen äußern?

Leo Bruckmann[18 Jahre]

Um ehrlich zu sein, geht mir die ganze Diskussion um Gleichberechtigung so langsam schon ein wenig auf die Nerven.

Wenn ich Alice Schwarzer zum tausendsten Mal bei Anne Will auf dem Talk-Sessel sitzen sehe, ist das für mich das Signal zum Ausschalten. Meiner Meinung nach sind Mädchen und Jungen in unserer Gesellschaft vollkommen gleichberechtigt.

In der Schule ist es sogar eher so, dass Mädchen bevorzugt werden, weil sie vielleicht etwas pflegeleichter sind. Welches Potenzial in vielen Jungen steckt, wird oft nicht erkannt. Sie werden zu „Unruhestiftern“ der Klasse erklärt und die überwiegend weiblichen Lehrer sehen nicht, welches Talent und welche Intelligenz in ihnen schlummert. Einige Jungen sind begabt im Sport, haben eine künstlerische Ader und können mehr, als sie im schulischen Rahmen zeigen. Leider wird das von den Lehrerinnen häufig nicht berücksichtigt, so dass diese Talente selten zum Vorschein kommen.

In meinem Freundeskreis gibt es außerdem viele Jungen, die bereit sind, für ihre Freundin viel zu tun. Mir persönlich geht das genauso. Dass ich später mal eine Familie gründen will, steht für mich schon immer fest. Selbst drei oder vier Kinder wären mir absolut recht. Wenn es so kommt, bin ich auf jeden Fall bereit, für die Familie Einschränkungen in meiner beruflichen Karriere in Kauf zu nehmen. Vielleicht klingt das jetzt ein wenig pathetisch, aber eine glückliche Familie ist mir tausend Mal lieber als der Sportwagen, die Villa oder das Privatflugzeug.

Und genauso wie mir geht es vielen Jungen in meinem Alter. Wahrscheinlich sogar auch den Mädchen. Ich glaube nicht, dass es in Deutschland noch viele Mädchen gibt, die ernsthaft behaupten, benachteiligt zu werden. Damit das auch so bleibt, sollte Alice Schwarzer endlich mal von der Bildfläche verschwinden und neuen, jungen Menschen die Chance geben, sich zum Thema Gleichberechtigung zu äußern. Ich bin mir sicher, viele werden das Gleiche sagen wie ich. Frauenfeindlichkeit und Benachteiligung von Mädchen sind veraltete Begriffe, die für uns Jugendliche kaum noch eine Rolle spielen.

Leo Bruckmann, 18 Jahre

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