Werbinich : Ein letztes Mal

Alina Stöver[19 Jahre]

Ich wache auf, die Sonne scheint zu mir durchs Fenster. Es geht auf Mittag zu. Wecker? Fehlanzeige! Ich habe Sommerferien, das heißt sechs Wochen einfach das Leben genießen! Es wurde aber auch Zeit. Zeit – das ist das Stichwort. Nach zwölf Jahren Schule steht mir jetzt nur noch ein Jahr bevor. Ein letztes Mal auftanken, bevor es in den Endspurt geht.

An diesen Endspurt, mein

Abitur, möchte ich jetzt gar nicht denken. Vielmehr wird mir klar, dass das hier meine letzten Sommerferien sind.

Das ist ein seltsames Gefühl, denn mit dem Rhythmus von Schule und Ferien, der über zwei Drittel meines bisherigen Lebens geprägt hat, ist bald Schluss. Der Unterschied zwischen diesen und meinen bisherigen Sommerferien liegt eigentlich bloß darin, dass mir eben bewusst geworden ist, dass es die letzten ihrer Art sein werden. Ich möchte noch ein letztes Mal diese Kostbarkeit der Schulzeit in vollen Zügen genießen. Ausschlafen, verreisen, ganz viel Eis essen, schöne Bücher lesen, Freunde treffen und auch mal Langeweile haben. Also ganz normale Dinge tun – zum letzten Mal als Schülerin. Ich beschließe, jetzt doch langsam aufzustehen. Der Sommer wartet – mit frischem Obst zum Frühstück, einer großen Portion Eis am Mittag und Cocktails für lange Abende.

Alina Stöver, 19 Jahre

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