Werbinich : Eine Stadt voller Experten

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Lehrer leisten viel. Sie können aber nicht den Blick von draußen mit in die Schulen bringen und mit ihrer eigenen Person und ihrem Lebenslauf vorführen, was in der Welt draußen wichtig ist. Gerade das aber brauchen Schüler, und deshalb ist Hildburg Kagerer, die Leiterin der FreiligrathOberschule in Kreuzberg, so erfolgreich mit ihrem Projekt, Künstler und Experten, so genannte „Dritte“, in die Schule zu holen. Wir haben darüber vergangene Woche auf der Schulseite berichtet und die Agentur „Resonanz“ vorgestellt. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, solche Experten an ganz normale Schulen zu vermitteln.

Nach unserem Bericht stand bei „Resonanz“ das Telefon nicht mehr still. „Die Stadt ist voll von Menschen, die sich an Schulen engagieren wollen“, sagt Guido Holtkamp, der die Idee für die Agentur hatte. Vor allem Menschen aus künstlerischen Berufen hätten angerufen. „Resonanz“ wird sie nicht alle vermitteln können; noch ist viel Aufbauarbeit zu leisten, und Zuschüsse von öffentlichen Stellen oder Stiftungen gibt es bisher nicht. Holtkamp möchte mit Menschen beginnen, die in der Lage sind, mit den Kindern zusammenzuarbeiten, statt ihnen nur etwas vorzuführen oder zu erzählen. Übrigens waren fast alle Anrufer Frauen. Offenbar fühlen sich Frauen immer noch stärker für das Wohl der jüngeren Generationen verantwortlich, oder sie sind leichter für bildungspolitische Neuerungen zu begeistern. Oder übernehmen sie einfach eher Arbeiten, für die man wenig Ruhm erntet? Leider fehlt es aber gerade in den Grundschulen an männlichen Vorbildern. Theoretisch könnten auch hier die „Dritten“ einen kleinen Ausgleich schaffen. Ob Regisseur oder Fahrradmechaniker, Bildhauer oder Tischler – die Schüler könnten viel von ihnen lernen. D.N.

Infos unter www.now-next.de/resonanz oder dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr telefonisch unter 78 95 77 39.

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