EINE RUNDE SACHE : Der Biss in den Kanaldeckel

Foto: Georg Moritz

Es gibt sehr unterschiedliche Arten, die gusseisernen Deckel der Berliner Wasserbetriebe neu zu nutzen. Man kann einen Gullydeckel – das sind die eckigen – als Einbruchswerkzeug verwenden, damit die Tür einer Tankstelle zerschmettern und Zigaretten klauen, wie unlängst in Köpenick geschehen. Oder man formt den runden Kanaldeckel aus Schokolade nach, technisch interessierten Naschkatzen zum Plaisir. Romy Andrich (Foto), Inhaberin der Manufaktur Deli Cacao Berlin in Reinickendorf, hat sich für die zweite Möglichkeit entschieden, bietet ihren dem Original der Wasserbetriebe nachgebildeten „Berliner Deckel“ in einer dunklen Version mit 70 Prozent Kakao oder einer hellen mit 53 Prozent Ziegenmilch – je 55 Gramm schwer, für 7,40 Euro (www.delicacao-berlin.com).Vor drei Jahren hat sie das süße Souvenir mit den Reliefs von Fernsehturm, Brandenburger Tor und anderen Berlin-Bauten aus einer Konkursmasse übernommen, vertreibt ihn online, per Fabrikverkauf und über Läden, die solcherlei gern ins Sortiment nehmen. Der wahre Freund des Kanaldeckels aber setzt gleich aufs Original der Wasserbetriebe. Die hatte das Schmuckstück 2006 zum 150. Jubiläum der Trinkwasserversorgung vom Designer Marcus Botsch entwerfen lassen. Etwa 800 solcher Deckel gibt es in der Stadt, weitere 200 hat man an Sammler verkauft, für 110 Euro das Stück. Wer Bedarf hat, maile dies an service@bwb.de, dort erfährt er alles Weitere. Abholen muss er den 90-Kilo-Trum aber selbst. Andreas Conrad

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