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Journalismus – ein Männerberuf?

Das ist tatsächlich immer noch so. Rund zwei Drittel der Rechercheure, Reporter, Moderatoren und Produzenten bei bundesdeutschen Medien sind Männer. Zu diesem Ergebnis kommt die Geschäftsführern des Journalistinnenbundes, Marlies Hesse. In anderen Ländern sieht das Verhältnis noch schlechter aus. In Italien machen Journalistinnen ein Viertel der Belegschaft aus. In Spanien sind gerade mal 17 Prozent der Schreiber weiblichen Geschlechts, ergab eine Untersuchung des Branchenmagazins „Medienheft“.

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Beim Tagesspiegel beträgt das Verhältnis von Männern und Frauen fast 50 zu 50 . In der Redaktion arbeiten 60 Prozent Männer, 40 Prozent Frauen; im Verlagsbereich mit Marketing, Anzeigen, Vertrieb und Verwaltung sind es 45 Prozent Männer, 55 Prozent Frauen. Nach Auskunft von Personalchef Moritz von Jagow arbeiten beim Verlag Der Tagesspiegel also insgesamt 53 Prozent Männer und 47 Prozent Frauen. Eine Frauendomäne im Verlag sind die Verlagskaufleute und die Mediengestalter. Hier sind fast ausschließlich Frauen beschäftigt – wie in allen deutschen Zeitungsverlagen.

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Bundesweit sind Frauen indes in vielen Unternehmen unterrepräsentiert – doch es ändert sich etwas. Rund drei Millionen Menschen verdienen ihr Geld in einem technischen Beruf. Zuletzt waren 795 000 davon Frauen – so Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Fragt man Schülerinnen nach ihrem Traumberuf , dann sagen sie: Friseurin, Kindergärtnerin, Bürokauffrau, Arzthelferin. Unter den Top 20 der Lieblingsjobs befindet sich keine einzige technische Tätigkeit. Bei den Maschinenbauern, den Elektrotechnikern und den Bautechnikern sind weibliche Lehrlinge Exoten – der Frauenanteil beträgt rund fünf Prozent. „Nur zehn Prozent der Ingenieure sind Frauen“, sagt Michael Schwartz vom Verein Deutscher Ingenieure. Immerhin beginnen immer mehr Frauen ein Studium: Von 64 000 Erstsemestern in den Ingenieurstudiengängen waren 2002/2003 knapp 13 000 Studenten weiblich. Auch im Handwerk fassen Frauen langsam Fuß. 1998 waren 25,2 Prozent der Lehrlinge weiblich, vergangenes Jahr stieg ihr Anteil auf zumindest 29,9 Prozent.

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Dabei werden Frauen im Blaumann und mit Schraubendreher gebraucht: Handwerkskammern sowie Industrie- und Handelskammern warnen vor Fachkräftemangel in Führungspositionen. Jetzt soll alles anders werden – auch dank des im vierten Jahr stattfindenden Girls’ Day. Bundesweit arbeiteten am Donnerstag über 120 000 Schülerinnen in Kfz-Werkstätten oder Tischlereien mit. Bei Daimler-Chrysler in Berlin schraubten auch Mädchen türkischer Herkunft mit Kopftuch an V8-Motoren. In Deutschland beteiligten sich 6500 Unternehmen, Behörden und Ministerien. Das Jugendministerium will nun einen Boys’ Day . Damit sich Jungen anschauen können, wie Krankenschwestern, Grundschullehrerinnen und Erzieherinnen arbeiten. kög/-ry

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