Werbinich : Frischer Wind für die KlassenzimmerLandesamt hat Vorschläge für bessere Luft

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Das Landesamt für Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz und technische Sicherheit (Lagetsi) will die Luft in den Klassenräumen verbessern. Deshalb initiiert das Amt für November Workshops mit Schulräten und Amtsärzten. Das Lagetsi nimmt an, dass die Luftqualität in den Schulen verbessert werden könnte, wenn die Reinigungsgelder effektiver eingesetzt würden.

Anlass ist das Ergebnis von aktuellen Untersuchungen der Raumluft in 40 Schulen. Diese hatten ergeben, dass die Klassenräume viel zu wenig gelüftet werden. Dadurch steigt der Kohlendioxidgehalt, was zu Müdigkeit und Konzentrationsschwäche führt.

Zudem sind die Räume stark mit Feinstaub belastet. Nach Angaben von LagetsiSprecher Robert Rath können die besonders kleinen Staubpartikel durch die Lungenbläschen ins Blut gelangen und die Herz- und Kreislaufbelastung erhöhen. Auch das Risiko von Atemwegserkrankungen steigt. Wenn die Klassenzimmer täglich gewischt würden, wäre das Problem aber in den Griff zu bekommen. Da die Bezirksämter dafür kein Geld mehr haben, fordert Rath, dass in den geplanten Workshops nach „intelligenten Lösungen“ gesucht wird. Dazu könne etwa gehören, dass nicht mehr mit einem üblichen Besen gefegt, sondern mit einem Microfasertuch gewischt wird, das den Staub aufnimmt. Auch die Verträge mit den Reinigungsfirmen könnten dahingehend geändert werden, dass die Räume zweimal wöchentlich nass geputzt werden und dafür etwas anderes unterbleibt.

Um den Sauerstoffmangel in den Griff zu bekommen, schlägt Rath vor, dass in den Klassen „Lüftungswarte“ benannt werden. Sie müssten darauf achten, dass regelmäßig Durchzug gemacht wird.

Die genannten Raumluftmessungen hatte das Berliner Institut für Lebensmittel, Arzneimittel und Tierseuchen vorgenommen. Anlass für die Überprüfung waren laut Rath internationale Erkenntnisse über die generell schlechte Qualität der Luft in Klassenzimmern. sve

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