Werbinich : Früher war es schlechter

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Manchmal verdrängt eine schlechte Nachricht zehn gute. Das war auch in der vergangenen Woche so, als die Empörung über die Hortverlagerungen von den Kitas an die Grundschulen hochkochte: Zu Recht regen sich Eltern darüber auf, dass funktionierende Strukturen zerschlagen werden, bevor neue entstanden sind. Das muss verhindert werden.

Und die zehn guten Nachrichten? Dazu gehört, dass es Hortplätze für alle gibt, die einen brauchen. Dazu gehört die garantierte Betreuungszeit in den Grundschulen. Dazu gehört auch, dass nicht mehr tausende Kinder von der Schulpflicht zurückgestellt werden, sondern schon mit fünfeinhalb die Schultüte in die Hand nehmen. Auch dass aufgeweckte Kinder schon nach einem Jahr in die dritte Klasse aufrücken können, ist eine gute Sache. Und dass sich die Schulen um die Hortplätze kümmern müssen und darum, dass die Kinder heil in den Hort kommen.

Noch vor zehn Jahren kam es einem Sechser im Lotto gleich, in WestBerlin einen Hortplatz zu ergattern. Berufstätigkeit reichte nicht: Man musste auch alleinerziehend sein. Jahr um Jahr stand man auf der Warteliste und heulte auf den Fluren der Ämter, und dann mussten doch wieder die großen Geschwister ran und die kleinen betreuen. Alles schon vergessen? sve

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