Werbinich : Fußball und Fairness

Sandra Dassler

So etwas passiert immer wieder: Philipp, der Mannschaftsführer einer Fußball-Jugendmannschaft, muss den Verein verlassen, weil seine Eltern in eine andere Stadt ziehen. Trainer Tony überlässt den jungen Spielern selbst die Entscheidung, wer Philipps Nachfolger wird. Zur Wahl stehen zwei Bewerber – Jens und Bastian. Im Computerlernspiel „Trainingslager“ werden die beiden Konkurrenten nun vorgestellt. Kleine Filmszenen erzählen von ihrem Verhalten: Wie reagiert der eine, als ihm die Freundin den Laufpass gibt? Was sagt der andere, als er mit rassistischen Vorurteilen konfrontiert wird? Die Spieler können nicht nur selbst darüber entscheiden, welcher der beiden Bewerber sich besser zum Spielführer eignet, sondern auch mitargumentieren.

Gerrit Hoberg, der das Spiel im Auftrag der Bundeszentrale für politische Bildung für den Unterricht in den Klassenstufen 8 bis 10 entwickelt hat, setzt dabei kompromisslos auf Szenen, die den jungen Leuten vom Schulhof, aus dem Elternhaus oder dem Verein bestens bekannt sein dürften: Wie reagiert man auf Vorurteile, zum Beispiel, dass Fußballfans alle Hooligans seien? Schweigt man, wenn ein ruhiger Sportkamerad verdächtigt wird, ein Psychopath zu sein?

Ein britisches Kamerateam fand das so spannend, dass es eigens nach Berlin reiste, um bei der Präsentation des Spiels dabei zu sein. Für die Spiel-Macher sicher ein Erfolg. Wichtiger sei jedoch, dass das Spiel den Weg in die Unterrichtsräume findet, meinte der Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, Thomas Krüger. Die WM 2006 liefere zwar den Anstoß, die mit Hilfe des Spiels trainierten Denk- und Verhaltensweisen wie Toleranz, Fairness, Zivilcourage und Verantwortung seien jedoch von zeitlosem Wert.

Das PC-Lernspiel kann unter www.bpb.de bestellt werden.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben