Werbinich : Gut essen will gelernt sein Tipps und Hilfen rund um die Schulverpflegung

Susanne Vieth-Entus

Tiefgefroren, warm gehalten oder frisch gekocht – unterschiedliche Vorgeschichten haben die zehntausenden Menüs, die Tag für Tag in Berliner Schulen aufgetischt werden. Und unterschiedliche Qualität. Ob Öko-Anteil oder chemische Zusatzstoffe: Die Vielfalt kennt keine Grenzen. Auch der Preis variiert und die Form, in der das Essen serviert wird. Wer soll sich da noch auskennen?

Jeder, der will. Denn anders als viele andere Bundesländer bietet Berlin eine Reihe von Foren und Institutionen, die sich mit der Beratung rund ums Schulessen befassen. Allen voran die „Vernetzungsstelle Schulverpflegung Berlin“ und das Institut für ökologische Wirtschaftsförderung, die morgen zu einer Diskussion rund um das Thema „Schulessen“ ins Abgeordnetenhaus laden.

Bei der Veranstaltung mit Bildungssenator Klaus Böger (SPD) und Landeselternsprecher André Schindler steht die Frage im Vordergrund, ob die Qualität der Verpflegung als politische Aufgabe verstanden wird oder ob sie letztlich vom Elternengagement abhängt. Aber auch aktuelle Probleme sollen beleuchtet werden wie das der unterschiedlichen Elternbeiträge für gleiche Menüs.

Dass das Verpflegungsthema stärker in den Vordergrund rückt, liegt daran, dass immer mehr Grundschulen Mittagessen anbieten. Schon vor drei Jahren hatte sich eine Initiative zusammengefunden, um auf eine bessere Essensqualität in den Schulen hinzuwirken. Aus dieser Initiative entstand die genannte „Vernetzungsstelle Schulverpflegung“, die unterstützt wird von der Senatsverwaltung für Bildung, vom Bundesministerium für Ernährung und von der AOK. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit sind die so genannten Berliner Qualitätskriterien für die Auswahl von Caterern. Außerdem sind die „Mobilen Esswerkstätten“ entstanden, die vor allem in soziale Brennpunktschulen gehen, um das Bewusstsein für gute Ernährung zu stärken (www.vernetzungsstelle-berlin.de).

Um die Einstellung der Schüler zum Essen zu verändern und sie wegzubringen vom Fast Food und vom Essen am PC, hat sich auch das Berliner Institut für ökologische Wirtschaftsförderung etwas einfallen lassen. Unterstützt vom Bundesministerium für Bildung, hat das Institut „Leitlinien für eine Ernährungswende“ aufgestellt, die es Eltern und Lehrern leichter machen, die Kinder – und gegebenenfalls auch sich selbst – zurück auf den Pfad der richtigen Ernährung zu bringen (www.ernaehrungswende.de).

Anmeldungen zur Diskussion im Abgeordnetenhaus unter Tel. 8845-9416 oder an die e-mail claudia.nikschtat@ioew.de.

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