HAUSFREUNDE : Tobias und die Mümmler

Wie ein Gehege aussehen muss, in dem Kaninchen mümmeln, graben, köteln, sich eben total zu Hause fühlen, hat Tobias Nothvogel im Internet recherchiert. Papa hat beim Bauen im Marienfelder Garten Architekt gespielt: acht mal neun Meter Hasenhaus, umzäunt von Maschendraht, vor Buddelversuchen gesichert durch einen Meter in die Erde versenkte Betonwände. Da wohnen die Zwergwidder Max und Lisa mit ihren vier grauen Kindern. Die Jungen brauchen erst noch ein Nummern-Tattoo in die Löffel, damit Tobias sie auseinanderhalten kann; danach kriegen sie Namen. Einem hat er im linken Ohr einen roten Filzstift-Punkt verpasst; der ist ein Talent für „Kanin-Hop“, den Hürdenlauf für Zuchthäschen. Die Disziplin übt Tobias mit Max und dem Rotpunkt im Verein als Mitglied der Jugend, ein 14-jähriger Hoffnungsträger. Denn Tobias’ Hobby ist die Kaninchenzucht. Er erlebte, wie die Jungen zur Welt kamen, rieb fachmännisch die Hände im Fell des Muttertiers, ehe er die Kleinen anfasste. Er bringt ihnen täglich Heu, Obst, Gemüse, Müsli. Das Gehege hat er mit Boxen, Wärmelampe, Rampen möbliert. Manchmal hängt er Leckerlis an eine Schnur, von der die Zwergwidder das Futter rupfen. So was bringt Abwechslung in den Kaninchenalltag. Der Stall wird regelmäßig gesäubert. Meist von Mama, weil – grins – Putzen ja eher Frauensache ist. Wenn Tobias könnte, würde er den Garten mit Pferden, Kühen, Schafen, Ziegen bevölkern. „Ich will Landwirt werden“, teilt er mit. Ansonsten ist er wie andere Jungs, spielt Fußball, geht Angeln. Und wenn die Kaninchen das zweite Mal gefüttert sind, kümmert er sich um sein Abendprogramm: Tobias liebt Actionfilme. Susanne Leimstoll

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