Werbinich : Hellersdorfer Achterbahn

Susanne Vieth-Entus

Die vergangene Woche war eine Achterbahn – für die Betreiber des christlichen Kinder- und Jugendzentrums „Arche“ in Hellersdorf. Erst kam der Regierende Bürgermeister zu Besuch, dann beschlossen die Bezirksverordneten mit der Mehrheit von PDS und FDP, der angesehenen Einrichtung die Zuschüsse von 38 000 auf 18 000 Euro jährlich zu kürzen. Das Argument: Die Arche könne gut von Spenden leben. Interessanter als dieses Argument ist die Begleitmusik. So bemängelte ein FDP-Verordneter, dass die Arche dem Image des Bezirks schade, weil zu häufig von Not leidenden Kindern die Rede sei. Ein PDS-Verordneter holte noch weiter aus. Er bemängelt eine „Missionierung durch den Magen“, weil zu Beginn der Essensausgabe ein Gebet gesprochen wird. Dass niemand zum Mitbeten gezwungen wird, erwähnte er nicht. Sodann gefällt ihm nicht, dass Kinder nicht „in die Zubereitung der Speisen einbezogen werden“. Offenbar war ihm nicht bekannt, dass der Chefkoch des Grand Hyatt regelmäßig mit den Kindern kocht. Schließlich wirft der PDS-Verordnete dem erst kürzlich mit dem Verdienstorden des Landes Berlin geehrten Leiter Pastor Bernd Siggelkow vor, nicht die „notwendige körperliche Distanz“ zwischen sich und den Kindern und Jugendlichen zu wahren. Jetzt ist der PDS-Bundespolitikerin Petra Pau der Kragen geplatzt. Und nicht nur ihr. Auch die eigene BVV-Fraktion missbilligte diese Argumentation. Auf der gestrigen Fraktionssitzung, an der Pau teilnahm, herrschte starker Diskussionsbedarf.

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