Werbinich : Hilfe zum Leben

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Maria Montessori (1870 bis 1952), die Naturwissenschaftlerin und erste Ärztin Italiens, leitete 1900 ein Institut zur Ausbildung von Lehrern für Behinderte. Sieben Jahre später führte sie in der Nähe von Rom ein Haus für Kinder aus armen Verhältnissen. Bei ihrer Arbeit nutzte sie die Erfahrungen, die sie mit Behinderten gemacht hatte. Die „unterprivilegierten Kinder“ machten Fortschritte, die ihnen vorher niemand zugetraut hatte.

GRUNDZÜGE

Für Montessori war Pädagogik „Hilfe zum Leben“. Bildung bedeutete für sie die Entwicklung der Persönlichkeit, der sozialen und kulturellen Intelligenz. Ihr Leitsatz lautete: „Hilf mir, es selbst zu tun“. Ihre Erkenntnisse hielt sie 1913 in ihrem Buch „Selbständige Erziehung im frühen Kindesalter“ fest.

VERBREITUNG

Schon in den 20er Jahren breitete sich ihre Methode in ganz Europa und Amerika aus. Während des Nationalsozialismus wurden in Deutschland alle Montessori-Schulen geschlossen. Heute gibt es in Deutschland rund 600 Montessori-Kindergärten und 400 Schulen, private und staatliche Schulen zusammengefasst. Davon sind etwa 300 Grundschulen. Bundesweit gibt es nur zehn reine Montessori-Gymnasien und Gesamtschulen, die zum Abitur führen. In Berlin lernen rund 4000 Schüler in Montessori-Klassen, vor vier Jahren waren es noch rund 2400. Im gleichen Zeitraum ist die Zahl der Montessori-Schulen von 20 auf 27 gestiegen, darunter sind auch Regelschulen mit einzelnen Montessori-Zügen. Die meisten Montessori-Schulen hat Bayern. Dort lernen in 70 Schulen rund 8800 Schüler.

AUSZEICHNUNG

In dem bundesweiten Wettbewerb „Wer liest, gewinnt!“ siegte vergangene Woche die freie Montessori-Schule Berlin. Die Kinder zeigten, dass Lesen keinesfalls langweilig ist. kat

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