Werbinich : Hitzefrei und Reformen

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Das Schuljahr der Reformen begann gestern mit – hitzefrei. Viele Schulen absolvierten nicht das volle Programm, sondern entließen ihre Schüler vorfristig nach ein paar so genannten Kurzstunden. „Bedauerlich“ findet das der bildungspolitische Sprecher der CDU, Gerhard Schmid. Er hätte sich so „um die 20 Grad“ gewünscht, damit alle einen kühlen Kopf bewahren und in die richtige Reformstimmung kommen.

Dass es mit der „Reformstimmung“ nicht allerorten klappt, liegt laut Schmid aber nicht nur an der Hitze. Vergangene Woche zerpflückte er alle Neuerungen, die Bildungssenator Klaus Böger (SPD) tags zuvor vorgestellt hatte. Für Schmid, der zugleich Leitender Schulrat von FriedrichshainKreuzberg ist, sind viele Vorhaben noch so unausgegoren und überhastet, dass er allerorten nur „potemkinsche Dörfer“ und „Kulissen“ sieht.

Auch die FDP-Bildungsfachfrau Mieke Senftleben ließ nicht locker und wiederholte, es sei ein Fehler, die Vorklassen abzuschaffen. Wie die Christdemokraten plädieren die Liberalen dafür, den Besuch der Vorklassen sogar zur Pflicht zu erklären – zumindest für alle Kinder, die vorschulische Förderung nötig haben.

Schmid weiß auch schon, wie die Kulissenschieberei beendet und die Vorklassen gerettet werden könnten: Er strebt für die Zeit nach der nächsten Wahl zum Abgeordnetenhaus im Jahr 2006 eine Funktion an, in der er „Einfluss nehmen“ kann. Ob es die Funktion des Bildungssenators oder seines Staatssekretärs ist oder noch eine andere, dazu wollte er sich gestern aber nicht äußern. sve

An dieser Stelle greifen wir Themen auf, die uns in den vergangenen Wochen auf der Schulseite beschäftigt haben.

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