Hoffen auf den Studienplatz : "Wie kann ich noch besser werden?"

Paula Leocadia Pleiss, 16 Jahre, hofft, in zwei Jahren einen Studienplatz zu bekommen. Doch sie stellt sich schon mal auf einen harten Kampf ein.

Paula Leocadia Pleiss, 16 Jahre
Paula Leocadia.
Paula Leocadia.Foto: privat

In zwei Jahren ist es so weit. Dann wird für mich wie für viele andere schon dieses oder nächstes Jahr der Kampf um einen Studienplatz beginnen. Dass der Kampf hart wird, ist schon von vornherein klar. Es ist kein Geheimnis, dass für viel zu viele Studieninteressierte viel zu wenige Studienplätze existieren. Das Niveau an den Berliner Gymnasien ist in den letzten Jahren gesunken, so dass die Zahl der Abiturienten, die sich auf einen Studienplatz bewerben, deutlich gestiegen ist. Anstatt aufzustocken, wurden in den letzten Jahren immer mehr Plätze gekürzt. Selbst für die Glücklichen, die einen Bachelor-Platz ergattern, ist nicht unbedingt ein Master-Studienplatz vorhanden.

Die Aussetzung der Wehpflicht erhöht die Anzahl der potentiellen Studienanfänger deutschlandweit um ungefähr 60 000, der doppelte Abiturjahrgang, der in Berlin 2012 seinen Abschluss macht, spitzt die Situation weiter zu. Der Numerus Clausus wird derartig in die Höhe schnellen, dass man selbst mit einem guten Abitur viele Wartesemester bewältigen muss, um einen interessanten Platz zu bekommen. Bei begehrten Studiengängen wie Medizin oder Psychologie, für die man bereits jetzt einen Schnitt von 1,2 benötigt, wird der NC im schlimmsten Fall zukünftig in den Null-Komma-Bereich rutschen. Aber wer bitte ist dann noch gut genug für ein solches Fach?

Und nun denke ich heute mit meinen 16 Jahren, dem gerade bestandenen Mittleren Schulabschluss und einem guten Zeugnis darüber nach, wie ich noch besser sein kann als all die anderen, die ebenso wie ich auf einen Studienplatz warten werden. Ich muss noch bessere Leistungen zeigen, noch mehr lernen und viele weitere Erfahrungen sammeln, doch vermutlich wird das alles nicht reichen. Denn obwohl Bund und Länder bereit sind, einiges in neue Studienplätze zu investieren, können nur 335000 neue geschaffen werden. Ich kann kaum glauben, dass das reichen wird, da die Universitäten und Hochschulen ja bereits jetzt mehr Studenten angenommen haben, als sie ursprünglich gekonnt hätten.

So bemerkt man zwar, dass sich etwas bewegt in der Bildungspolitik, doch das wird nie genug sein. Jeder muss endlich erkennen, dass die Regierungen langfristig bekannte Probleme ignorieren und damit den zukünftigen Studenten das Leben erschwert. Also bleibt mir nur zu hoffen, dass sich all die Wartesemester konstruktiv nutzen lassen und ich letztendlich den Kampf um einen Studienplatz gewinne.

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