Werbinich : ICH HABE GEKÜNDIGT

Letzte Woche habe ich meinen Job gekündigt, die Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen. Ich habe in einem Steuerbüro gearbeitet, es war die ersehnte erste Festanstellung nach dem Studium, das Geld hat gestimmt. Trotzdem hat mich die Arbeit nicht glücklich gemacht. Der Trott, die Monotonie, es war unerträglich. Meinen Eltern habe ich von der Kündigung noch nichts erzählt. Wahrscheinlich werden sie sich Sorgen machen, wie es mit mir weitergehen soll. Außerdem werden sie mir vorhalten, dass ich fast zehn Jahre meines Lebens in meine berufliche Ausbildung investiert habe: Erst habe ich eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten gemacht, dann BWL studiert. Erst mit der Festanstellung wurde mir klar, dass mir das Ganze viel zu trocken ist. Viel lieber würde ich mit Kindern arbeiten, als Erzieherin zum Beispiel. Die ersten Bewerbungen sind schon verschickt. Zum Glück unterstützt mich mein Freund. Er hat eine feste Arbeit, sein Gehalt reicht für uns beide, auch wenn wir uns vorerst einschränken müssen. Aber das ist mir egal. Ihm ebenfalls. Er will, dass ich glücklich bin, auch beruflich.

Carmen, 29

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