Werbinich : Japanisches Mekka

Susanne Vieth-Entus

Für Berlins Japaner und sonstige Freunde Nippons gibt es vom nächsten Sommer an eine Art Mekka: Es liegt in Marienfelde an der Grenze zu Brandenburg und ist gut bekannt unter dem Namen „Gustav-Heinemann-Gesamtschule“. Hier wird man künftig bereits ab der fünften Klasse Japanisch lernen können.

Seit vielen Jahren hat sich die Schule mit der exotischen Fremdsprache profiliert. Während sich andere Schulen damit begnügen, Japanisch als dritte Fremdsprache ab Klasse 9 anzubieten, ging Schulleiter Karl Pentzliehn einen Schritt weiter, indem er sie als zweite Fremdsprache ab Klasse 7 verankerte. Aber auch das reichte ihm nicht: Da die Sprache schwer zu erlernen ist, wollte er ab Klasse 5 beginnen.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit: Tatsächlich ging es Schulleiter Pentzliehn nicht nur um das Japanische, sondern auch darum, endlich die leistungsfähigsten Grundschüler an seine Schule zu binden, die er sonst immer an die grundständigen Gymnasien verlor. Er wollte unbedingt die im reformierten Schulgesetz vorgesehene Möglichkeit ausschöpfen, als Gesamtschule mit Klasse 5 zu beginnen, und hat als Erster diesen neuen Sonderweg beschritten.

Dass Bildungssenator Klaus Böger (SPD) diesen Ehrgeiz würdigte und gestern bei einem Besuch in der Schule offiziell die Genehmigung erteilte, freut nicht nur die Japanophilen, sondern auch alle Eltern, die bisher im Süden Berlins eine grundständige Schule vermissten.

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