Werbinich : Jean-Louis Borloo?

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Jean-Louis Borloo, ein bisschen sieht der ja aus wie Joschka Fischer: zerzaust, kritisch.

Nun, dem Mann machen Pariser Studenten zu schaffen, die in fremden Häusern Partys feiern und das Demo nennen. Er ist Wohnungsminister.

Ach, wieder das alte Hausbesetzer-Ding?

Nein, die räumen hinterher sogar auf. Das Problem ist: In Paris sind die Mietpreise wahnsinnig hoch. Ein 17- Quadratmeter-Zimmer kostet etwa 600 Euro. Das kann kaum ein Student bezahlen. Deshalb hat sich die Gruppe „Jeudi-Noir“ einen besonderen Protest ausgedacht. Einer von ihnen meldet sich als Interessent auf eine Wohnung mit Wucherpreis. Wenn er samt Vermieter im Zimmer steht, schickt er per Handy ein Zeichen an die Kollegen, und die rücken an.

Kollegen? Wie viele denn?

So dreißig können das sein. Sie bringen Konfetti und Luftballons und Sekt und den Ghettoblaster mit und machen viel Lärm. So, dass die Vermieter verwirrt sind und es ihnen peinlich ist, weil die Nachbarn die Köpfe aus den Wohnungen stecken. Dann versuchen „Jeudi-Noir“ mit ihnen über die unfairen Mietpreise zu reden – oder die Polizei kommt.

Und was macht Borloo dagegen?

Er hat sich kürzlich mit den Aktionisten getroffen. Sie sollen warten, sagt er. In zwei Jahren sollten 886 000 neue Wohnungen gebaut sein, dann fielen die Preise. Das helfe heute nicht, sagt „Jeudi-Noir“. Und stürmt weiter Mietwohnungen. jea

Nicht zu verwechseln mit: Bär Balu, Jean-Louis Boissier, Baulöwe Schneider

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