Werbinich : Johannes Paul II.?

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Johannes Paul II. ist natürlich Papst, das weiß jeder. Aber was macht er ganz genau?

Johannes Paul II. ist seit 1978 das Oberhaupt der katholischen Kirche und hat eine ganze Menge zu tun. Zum Beispiel besucht er von Vatikanstadt aus die Katholiken auf der ganzen Welt. Er war bisher schon in 129 Ländern! Oder er nimmt Stellung zu gesellschaftlichen, religiösen und moralischen Themen. In letzter Zeit geht es ihm nicht gut, er ist 84 Jahre alt. Er war gerade im Krankenhaus, weil es ihm schwer fiel zu atmen. Auf Fotos sieht er sehr krank aus.

Ist Johannes Paul II. Italiener?

Nein, er kommt aus Polen. Er ist seit langem der erste Papst, der kein Italiener ist. Aber er hat sich gut akklimatisiert.

Aha. Was hat er früher gemacht, bevor die Kardinäle ihn zum Papst gewählt haben?

Er hat gearbeitet, Philosophie studiert, war mal kurz Schauspieler und ist gern auf Berge gestiegen.

Moment mal: Der Papst war Schauspieler?

Ja, aber wirklich nur sehr kurz, an der Uni. Er hat sich dann lieber zum Priester weihen lassen. Streng genommen hat Priester sein ja auch ein bisschen was mit Show zu tun. Und Papst sein erst recht. Man darf keine Angst haben, vor vielen Menschen frei zu sprechen.

Wieso stöhnen manche Leute genervt, wenn die Rede auf den Papst kommt?

Weil die meisten daran denken, was er in seinen verschiedenen Enzykliken geschrieben hat: Dass Frauen nicht Priester werden, die Pille nicht nehmen sollen und alle katholischen Priester zölibatär leben sollen – das heißt, sie dürfen nicht heiraten und keinen Sex haben.

Das ist aber altmodisch.

Stimmt. Andererseits hat Johannes Paul II. auch ein paar Sachen gemacht, die als extrem fortschrittlich gelten. Er hat 2001 in Damaskus eine Moschee besucht. Und er hat sich für die Aussöhnung zwischen Juden und Christen eingesetzt.

Das macht der Bundespräsident auch.

Schon. Aber Horst Köhler hat nur den Schlüssel zum Schloss Bellevue und nicht zum Himmelreich.

Wie bitte?

Jesus hat einst seinem Jünger Petrus den Schlüssel zum Himmelreich gegeben. Angeblich mit den Worten: „Du bist Petrus und auf diesen Felsen werde ich meine Kirche bauen und die Mächte der Unterwelt werden sie nicht überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des Himmelreichs geben; was du auf Erden binden wirst, das wird auch im Himmel gebunden sein, und was du auf Erden lösen wirst, das wird auch im Himmel gelöst sein.“

Dann ist der Papst ein direkter Nachfolger Petrus’ und damit sozusagen das Scharnier zwischen Himmel und Erde?

Amen. oom

Nicht zu verwechseln mit Papst Johannes Paul I., der war nämlich nur gut vier Wochen im Amt: vom 26. August bis zum 28. September 1978.

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