Werbinich : Josef Ackermann?

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Josef Ackermann ist der Chef der Deutschen Bank. Zurzeit ist er viel im Fernsehen, weil er vor Gericht steht. Was hat er verbrochen?

Die Ankläger finden, er hat Beihilfe zur Untreue geleistet. Vor vier Jahren hat die britische Mobilfunkfirma Vodafone ihren deutschen Konkurrenten Mannesmann geschluckt. Kurz vor der Übernahme haben sich die MannesmannManager einfach fast 60 Millionen Euro auf die eigenen Konten überwiesen. Ackermann saß bei Mannesmann im Aufsichtsrat und fand die Höhe der Abfindungen ganz in Ordnung. Die Düsseldorfer Staatsanwälte finden das nicht okay und werden nächste Woche verkünden, welche Strafe sie für Ackermann fordern.

Peinlich.

Total. Auch der Prozess verlief nicht gerade glanzvoll für den Bankchef. Zu Beginn machte er so eminemmäßig ein Victory-Zeichen in die Kameras. Viele fanden: arroganter Sack. Er sagt: War doch bloß ein Witz. Außerdem meinte er: „Deutschland ist das einzige Land, wo diejenigen, die erfolgreich sind, vor Gericht stehen.“ Zudem werde hier zu viel über Managergehälter geredet. Das gehe niemanden etwas an.

Was verdient denn so ein Bankchef?

Ackermann soll so um die elf Millionen Euro im Jahr verdienen. Damit ist er in Europa Nummer fünf.

Schluck! Was macht man denn mit so viel Geld?

Zwischen seinen Wohnorten in Zürich, London, Frankfurt und New York pendeln, zum Beispiel.

Macht er seinen Job wenigstens gut?

Na ja. Manche loben ihn als Sanierer, der sich darum kümmert, dass die Bank möglichst viel Geld verdient. Andere kritisieren, dass er sich durch seine arrogante Art zum Horst macht. avi

– Nicht zu verwechseln mit: Verona Feldbusch, Josef Neckermann, Rolf E. Breuer und den Peanuts

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