Jugend denkt über den Tod nach : Killerspiele sind nichts für Kinder

Grand Theft Auto ist ab 18 Jahren frei gegeben. Das ist auch gut so, findet David, 16 Jahre. Zehnjährige sollten solche Spiele nicht in die Finger kriegen.

David Fresen
Grand Theft Auto San Andreas - Finger weg, Kinder!
Grand Theft Auto San Andreas - Finger weg, Kinder!Foto: privat

„KOPFSCHUSS! JAA! Du LOOOOOSER!!!“  „BOAH! Dem hat es ja VOLL die Rübe weggerissen!“  „SCHNELL, nimm die Axt, die da liegt, damit geht das Killen nicht so schnell, das macht mehr Spaß!“. Wenn ich solche Sätze höre, vermute ich normalerweise entweder Ohrenzeuge eines Massakers zu sein oder eine Theateraufführung beim Jahrestreffen des Verbandes Deutscher Psychopathen mitzuerleben. Diese Sätze hörte ich jedoch…

… auf meiner Klassenfahrt in der fünften Klasse! Ich war gerade im Bus mit meinen, genau diese Sätze schreienden, Klassenkameraden und  fühlte ich mich ein wenig befremdlich. Ich guckte nach, was los war und sah, dass drei PSPs rumgereicht wurden und sich um die gerade Spielenden immer jeweils fünf Leute drängten und lautstark alles kommentierten. Als eine PSP meinen Nachbarn erreichte, konnte ich dann auch sehen, was gespielt wurde: GTA (Grand Theft Auto) San Andreas, Altersfreigabe ab 18. Mit zehn Jahren.

Undenkbar? Nein, heutzutage Realität und Alltag. Natürlich wecken Verbote immer Neugier und jeder weiß, dass man sich über ältere Geschwister und Freunde oder sorglose Eltern solche Spiele relativ leicht besorgen kann, aber was weckt diesen morbiden Enthusiasmus, wenn man gerade einen Passanten mit einem Auto umfährt? Ist es wieder dieser Drang, sich selbst über grundlegende Regeln hinwegzusetzen und zu testen, was dann passiert?

Wenn du in GTA zu viele Menschen umbringst oder eine Straftat im Blickfeld eines Polizisten begehst, bekommst du einen Stern. Je mehr Sterne du hast, desto intensiver wirst du von der Polizei gejagt, bei 5 Sternen vom Militär. Das und das größtmögliche Massaker anzurichten war das Ziel.

Letztendlich werden zwar nur fiktive Tode gezeigt, aber wie soll ein Zehnjähriger den Unterschied zum realen Leben in vollem Umfang verstehen?! Wie soll ein Zehnjähriger nicht nur begreifen, sondern auch verinnerlichen, dass wir nicht dazu berechtigt sind, über das Leben und Sterben anderer zu entscheiden? Wenn man in der Lebensphase, in der man am Meisten lernt, in der man sich selbst sucht und entwickelt, also in der Kindheit und Jugend, sich so an das Töten anderer gewöhnt, wohin führt das dann?

Ich will nicht sagen, dass „Killerspiele“ böse sind und jeder, der einmal gespielt hat, zum Amokläufer wird und man wird mit 17 Jahren und 355 Tagen nicht viel unvernünftiger sein als ein paar Tage später. Aber Altersfreigaben sind sinnvoll und sollten mindestens bis zu einem gewissen Grad eingehalten werden.

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