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Jugend macht Politik. Teil vier : Los konzentrier dich!

13.12.2012 17:20 UhrVon Helene Köhler

Die Grüne Jugend fordert die ganze Konzentration von Helene Köhler, 15. Immerhin ist es ihr erstes Aktivtreffen. Zum Glück gibt es viele nette Menschen mit langen Haaren und jede Menge Sofas.

Ich gehe zu einem Aktivtreffen. Ich habe so etwas noch nie gemacht, und ich habe wenig Ahnung von Politik, was die Sache doppelt neu für mich macht. Es ist ein Treffen der Grünen Jugend Berlin, die monatlich so ein Aktivtreffen veranstaltet. Die Menschen dort waren sehr offen und haben mich  sofort eingeladen, doch mal vorbeizuschauen.

Das Treffen findet im GJ-Zentrum statt, einem Erdgeschossraum nahe der Warschauer Straße. Auf der Eingangstür kleben Poster gegen Gewalt und Neonazismus. Ich stehe nicht alleine vor der Tür, da sind noch ein paar andere, die schnell noch eine Zigarette rauchen, bevor es losgeht, und die ich anspreche.

Der Leiter des Aktivtreffens, er heißt Tim, erklärt sich bereit, mir ein paar Fragen zu beantworten, und so gehen wir hinein. Drinnen sitzen Leute auf Sofas und unterhalten sich. Mir fällt gleich auf, dass die meisten Männer hier lange Haare haben, ein bisschen wie ich mir das vorgestellt habe, und alle sehen ganz individuell aus. Ich finde das sehr sympathisch, es halten sich hier lauter interessante Menschen auf. Im Minutentakt begrüßt Tim jemanden, der dazukommt. Das Durchschnittsalter liegt hier bei etwa 22 Jahren.

Ich erfahre, dass die Grüne Jugend deutschlandweit 16 Landesverbände hat, dass sie sich häufig an Demos beteiligt. Auch spontan, wie vor ein paar Wochen, als sich die ganze Gruppe ein paar Häuserblocks weiter auf die Straße legte, weil dort eine Anti-Atom-Demo stattfand. Die Themenschwerpunkte bei den Treffen sind Ökologie und Soziales.

Dann geht es mit einer Vorstellungsrunde los. Die meisten sind Studenten, sie kommen aus Neukölln, Dahlem und überall sonst aus Berlin. Eine Gruppe von jungen Abgeordneten ist aus Mainz zu Besuch gekommen. Außerdem ist da noch eine angehende Politikerin aus dem Berliner Abgeordnetenhaus, die gleich einen Vortrag über die NSU hält. Jeden Monat berichtet ein Politiker über ein bestimmtes Thema.

Nach der Vorstellungsrunde gibt es Hinweise zu Seminaren und anderen Terminen. Danach beginnt der Vortrag. Er enthält viele interessante Fakten und komplizierte Zusammenhänge, der mein politisches Interesse weckt, wie man das wohl bezeichnet ­ zumindest für die erste Stunde, in der es noch eine Erläuterung von Tim und eine Diashow gibt. Ich weiß nicht, wie es die anderen schaffen, sich auch noch in der zweiten Stunde zu konzentrieren - auf jeden Fall stellen sie danach eine Frage nach der anderen.

Um neun werden die letzten Fragen gestellt, das Aktivtreffen ist offiziell zu Ende und die Politikerin bekommt ihren verdienten Applaus. Ein paar Leute wollen noch gemeinsam etwas essen gehen und ich verabschiede mich. Es war ein sehr aufschlussreicher Abend, ich habe eine Menge dazugelernt, bin zufrieden und mir ist etwas schwindelig im Kopf.

Tagesspiegel twittert

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