Jugend testet: Deutsches Symphonie-Orchester (DSO) : Schlafen ohne Albträume

Ein klassisches Konzert ist zwar eine uncoole Veranstaltung, aber manchmal ist Besinnlichkeit genau das, was man braucht - selbst als Jugendliche

Finja Berresheim

Als ich in der Philharmonie ankam, waren schon eine ganze Reihe älterer Herrschaften dort, mit Bluse, Rock und Anzug zurechtgemacht wie für eine Goldene Hochzeit. Nur wenige Jugendliche saßen im vollen Saal, denn die meisten würden vermutlich etwas anderes vorziehen. Ein Konzert ist weder aufregend noch cool, es lebt von der Atmosphäre. Besinnlich, finde ich, ist das perfekte Wort. Als ich dort saß und die Musik von allen Seiten auf mich einströmte (Dirigent: Tugan Sokhiev), vergaß ich den Alltag. Es entsteht eine andere Welt voller Ruhe, ohne sonstige Geräusche. Man vergisst. Und Vergessen ist in einem Alltag voller Termine, Hektik, Konkurrenz etwas Schönes. Es erleichtert und entspannt, es gibt Kraft für die nächste Schulwoche. Es ist wie Schlafen ohne Albträume. Konzerte sind etwas Besonderes, weil sie das ermöglichen.

Finja Berresheim, 16 Jahre

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