Jugend testet: Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin : Ein Konzert, zwei Meinungen

Maximilian wurde von Webern verzaubert und von Bruckner praktisch weggepustet. Anna dagegen war ein bisschen enttäuscht, weil sie fand, dass die Klänge im großen Saal der Philharmonie verhallten.

von und Maximilian Schneider

Mir hat Webern gut gefallen, weil seine Musik bewegt, sie treibt einen und lässt einen seinen eigenen Atem spüren, sie ist aufregend und zugleich besänftigend. Es ist wie in einem Albtraum aus Kindertagen, wenn man im Bett lag und die Füße unter die Bettdecke zog, weil man Angst hatte, dass ein Monster sie schnappen und einen unters Bett zerren könnte.

Wagner hat mich irgendwie nicht in seinen Bann gekriegt. Doch Bruckner habe ich als große Ergötzung empfunden. Diese Kraft, diese Gewalt, gewaltig gespieltes Blasen und Pauken und man flog hinein und wieder hinaus aus den aufbrausenden, wild gewordenen Wellen, die, während ich hörte, in meinem Kopf entstanden und die es zu einem großartigen Erlebnis machten. Die Ungewissheit, die Schnelligkeit, die Kälte in der Kraft, die wie Feuer aufbraust; und ein hartes Ende wird gefolgt von zartem Hin und Her der Geigen. Das alles war wirklich schön zu hören!

Maximilian Schneider, 19 Jahre

Während der 3. Symphonie in d-Moll von Anton Bruckner hatte ich mich immer wieder gefragt, woher die Menschen denn wissen, wann man klatscht und wann nur ein neuer Satz beginnt. Als der Dirigent Marek Janowski eifrig rauf und wieder runter von der Bühne rannte, war ich insgesamt ein bisschen enttäuscht. Normalerweise finde ich Orchestermusik cool, weil bei so vielen Menschen jeder für sich seine Noten spielen und diese kleinen Noten solch eine Kraft erzeugen können. Doch an diesem Abend kam es mir vor, als sei die Größe der Philharmonie durch die Töne gar nicht genutzt worden.

Anna Dissmann, 17 Jahre

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