Jugendliche und Kreativität : Zeichnen macht glücklich

Helene, 15, findet: Die kreativen Schulstunden auf ihrer Waldorfschule helfen, den Rest des Tages gut zu überstehen

Helene Köhler
Helene malt, um sich zu entspannen.
Helene malt, um sich zu entspannen.Foto: privat

Kreativ kann so ziemlich alles sein, was man gerne tut: Zeichnen, Geschichten schreiben, Regale zimmern, kluge Gedanken haben, Sport machen. Daher ist es ein bisschen schwierig herauszufinden, wie viel Kreativität in der Schule steckt und inwiefern das Spaß macht. Jeder hat andere Interessen, und das kann man schwer in einer Unterrichtsstunde zusammenbringen, in der sich 30 Schüler ganz unterschiedliche Dinge in Sachen Kreativität erhoffen. Ich für meinen Teil finde, dass unser Unterricht durchaus kreativ ist!

Ich möchte nicht auf die ewige Diskussion zum Thema Waldorf eingehen. Ja, meine Schule ist eine Waldorfschule, und manche finden Waldorfschulen gut und manche nicht. Ich bleibe dabei, dass die kreativen Stunden, die wir haben, mir Spaß machen. Wenn man anschließend eine Mathearbeit schreibt oder noch viele Stunden vor sich hat, dann haben die kreativen Stunden eine beruhigende Wirkung, weil man das Gefühl hat, man schafft etwas Eigenes. Den Zeichenunterricht mag ich besonders gerne, die schwarze Kohle, mit der man so gut Schattierungen zeichnen und Licht darstellen kann, und den Moment, wenn man mit einem Bild fertig ist und es in den Händen hält.

Wir hatten auch eine Zeit lang Plastizieren, wo man eigene Figuren aus Ton formt, oder Nähen, wo wir lernten, mit der Nähmaschine umzugehen und uns Kleidungsstücke nähten. Ich weiß nicht, ob ich das alles später brauchen werde. Ich werde sicher keine Schneiderin, aber diese und noch weitere Eindrücke aus dem Unterricht haben mir gezeigt, was ich gut kann und was nicht und mich dazu gebracht, auch zu Hause kreativ zu werden, zu zeichnen, zu schreiben. Ich zeichne gerne, wenn ich schlechte Laune habe, und ich schreibe Gedichte, wenn ich keine Lust habe, jemandem die Dinge zu erzählen, die mich beschäftigen. So halte ich einen Teil von mir fest, ich fühle mich hinterher zufrieden und verstanden. Das wünsche ich jedem, dass er mithilfe seiner Kreativität dafür sorgt, glücklich zu sein und zu bleiben.

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