Jung heiraten : Was für Jasager

Heiraten mit Anfang 20? Für die meisten steht das nicht zur Debatte. Und doch gibt es Paare, die sich trauen. Unsere Autorin hat mit dreien von ihnen gesprochen.

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Ringfest. Andreas und Stephanie Schmitt am Tag ihrer Hochzeit.
Ringfest. Andreas und Stephanie Schmitt am Tag ihrer Hochzeit.Foto: privat / Fotolia / Montage: Anikka Bauer

Verliebt, verlobt – und bald verheiratet. Das ist Teeniestar Miley Cyrus, wenn man den Berichten der Boulevardmedien glaubt. Der 19-Jährige ehemalige „Hannah Montana“-Star und ihr 22-jähriger Freund Liam Hemsworth sind nicht das einzige Promi-Paar, das früh Ja sagen will. Auch Ashlee und Jessica Simpson, Reese Witherspoon oder Hilary Duff haben es mit Anfang 20 getan. Britney Spears gleich zweimal. Auf ihre 55-Stunden-Kurzehe mit Jugendliebe Jason Alexander folgte kurze Zeit später die Hochzeit mit Tänzer Kevin Federline. Das ist lange her. Zusammen sind die beiden heute nicht mehr.

Heiraten mit Anfang 20: unverantwortlich, unbedacht – viel zu früh? Vielleicht dominiert das Bild, dass eine jung geschlossene Ehe bedeutet, seine Freiheit zu früh zu verlieren. Vorbei die Zeit, sich auszuprobieren. Doch sich in jungen Jahren auf ewig zu binden, ist nicht nur ein Hollywood-Phänomen. Auch in Deutschland ist für junge Menschen eine erfüllende Partnerschaft nach wie vor eines der wichtigsten Ziele im Leben. Dass sich die meisten Jugendlichen stabile Beziehungen wünschen, ergab vor zwei Jahren auch eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Einige von ihnen heiraten dann auch jung. Wie Sabrina und Dominik Hofmann.

Erst kennenlernen, dann herumknutschen. So dachten es sich die beiden, als sie bemerkten, dass sie sich mögen. Sabrina war damals 16 und Dominik 15 Jahre alt. Ob da mehr ist als nur Freundschaft, wollten sie prüfen, sich sicher sein, dass das mit dem anderen wirklich ernst ist. Deshalb waren sie bedachter als andere in ihrem Alter, telefonierten viel und trafen sich zum Reden. Nach einem Jahr war klar, dass sie ein Paar werden wollen. Fünf Jahre später heirateten sie. Das war 2005.

Ganz in weiß. Sabrina und Dominik Hofmann heirateten fünf Jahre, nach dem sie sich kennengelernt hatten.
Ganz in weiß. Sabrina und Dominik Hofmann heirateten fünf Jahre, nach dem sie sich kennengelernt hatten.Foto: privat

Noch immer stärkt sie das Vertrauen, dass ihre Ehe für immer halten wird. „Auch wenn man nicht weiß, was kommt“, sagt Dominik. Sieben Jahre ist es her, dass die beiden mit 300 Gästen ihre Hochzeit feierten. Damals wussten sie schon, wie sie sein wollen – als verheiratetes Paar. Alles andere als häuslich. Und nicht so, wie es ihnen oft von ihrer Elterngeneration vorgelebt würde. „Dass wir verheiratet sind, bedeutet nicht das Ende unserer Jugend. Freiheit sehen wir darin, gemeinsam zu entscheiden“, sagt Dominik. Sabrina findet: „Wir haben die Chance, aus unserer Ehe die coolste der Welt zu machen.“

Deshalb gingen die beiden 2008 für acht Monate nach New York: um auszuprobieren, wie sie ihr Leben leben wollen, um zu jobben, zu bloggen. Dominik glaubt, dass er ohne Sabrina wesentlich gemütlicher geworden wäre. „Die guten Ideen kommen von ihr. Sie ist auch für die ,Wann‘-Fragen zuständig“, sagt der 27-Jährige. Und Sabrina kann sich noch genau daran erinnern, wann Dominik das erste Mal bei ihr übernachtet hat: am 22. Januar 2000. „Passiert ist damals nichts. Wir haben neun Stunden geredet“, erzählt Dominik. Mit dem Sex haben beide aus Überzeugung bis zur Ehe gewartet. Genau wie mit dem Zusammenziehen. „Wir wollten, dass die körperliche Beziehung und die Paarbeziehung ausgeglichen sind. Und weil ich körperlich nicht mehr geben kann als Sex, wollte ich den erst haben, wenn ich auch in der Beziehung bereit bin, alles zu geben“, sagt Dominik.

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