Werbinich : Kirchenkampf, zweite Runde

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Der Kampf der Kirchen für den Religionsunterricht geht weiter. Obwohl der Senat bereits den Entwurf für einen Rahmenplan für das neue Pflichtfach Ethik vorgelegt hat, wollen die Kirchen ihren grundsätzlichen Widerstand gegen das Fach, das es ab nächstem Schuljahr geben soll, nicht aufgeben. „Wir bleiben bei unserer Position“, sagt Stefan Förner, der Sprecher des Erzbistums. Das heißt: ein Wahlpflichtbereich, innerhalb dessen die Schüler zwischen Religion, Ethik oder Lebenskunde wählen können. Mit einer „Woche im Zeichen des Religionsunterrichts“ werben die Kirchen bis Ende der Woche um Unterstützung für ihre Pläne. Am Donnerstag und Freitag können Eltern Religionsstunden in den Schulen besuchen. (Infos unter Tel. 24344324 und 32684-176)

Ob es doch noch eine Chance für ein Wahlpflichtfach gibt, wollen der katholische Bischof Georg Sterzinsky und der evangelische Bischof Wolfgang Huber im Gespräch mit Bildungssenator Klaus Böger (SPD) am Mittwoch ausloten. An dem Rahmenplan für das Fach Ethik mitzuarbeiten, sehen die Kirchen aber keinen Anlass. „Unsere Kompetenz liegt im Religionsunterricht, nicht im Ethikunterricht“, sagt Förner. Man mische sich ja auch nicht in den Lehrplan Deutsch ein.

Wenn der Senat bei seiner Haltung bleibt und es künftig das Pflichtfach Ethik einerseits und freiwilligen Religionsunterricht andererseits gibt, muss das Verhältnis zwischen beiden Angeboten geklärt werden. Hier wünschen sich die Protestanten „Begegnungen“ in Form gemeinsamer Projekte. Dabei könnten die Schüler das Gelernte austauschen und sich in „Dialogfähigkeit“ üben.clk

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