Konzertkritik : Live bei Herrn Licht

Wie war's denn so? Fragten wir Alexandra. Sie hatte zwei Tickets bei uns für das feine Konzert von Peter Licht gewonnen. Ihr Fazit? Lest selbst.

Alexandra Kieselbach
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Strahlend netter Abend. Peter Licht - er will keine Fotos von sich - trat in Berlin auf.Foto: Kitty Kleist-Heinrich/ Tagesspiegel

Es war insgesamt ein wirklich schönes Konzert. Man hatte den Eindruck, dass niemand den guten Peter Licht kennt, denn als dieser auf die Bühne kam, verharrte das Publikum erstmal in Stille. Ein paar Lieder hat es schon gebraucht, bis Künstler und Gäste sich ausreichend beschnuppert hatten und sich zu mögen begonnen. Und dann wurde es ein harmonischer und ziemlicher launiger Konzertabend, bei dem Peter Licht durch schöne, einfache Melodien und bezaubernde Texte überzeugte, seine Gedanken zu Beginn des 3. Jahrtausends verlas und eine kleine feine Band mit viel Freude seine Lieder zum Leuchten brachte. Besonders erwähnen möchte ich den Percussionisten, der recht unprätentiös aber überzeugend auf anti-kapitalismus-freundlichen Bananenkisten trommelte. Die Lieder treiben inhaltlich zwischen echter Kapitalismuskritik und Randgebieten wie der Bitte an alle Medienmacher und sonstigen, sexualität nie mehr zu zeigen. als höhepunkt des Konzerts empfand ich den von Peter Licht einwandfrei inszenierten Publikumschor, der sich über alle alters- und einkommensklassen hinweg zu einem gemeinsamen "Wir machen uns sorgen um unsere Chancen auf dem Arbeitsmarkt" formte. Großartig. Augenzwinkernd. kapitalismuskritisch, aber konzerttauglich!

PS.: Peter Licht würde ich heute schon nicht mehr in der U-Bahn wiedererkennen, befürchte ich. Aber suchen muss man nach einem Mann mit blonden Haaren, die weniger werden, Einer schwarzen, eckigen Brille, sehr heller Haut und von eher kleiner, zurückhaltender Statur.

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