Werbinich : Krankenstatistik im Schulalltag

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Vergangene Woche fiel unsere Schulseite aus. Stattdessen ging es auf ihrem angestammten Platz im Rahmen unserere Serie „Wie retten wir Berlin?“ um die Sparzwänge, denen die Schulen ausgesetzt sind und die beispielsweise dazu führen, dass seit Jahren kaum junge Lehrer eingestellt werden können. Inzwischen vergeht kein Tag, ohne dass Eltern sich über Unterrichtsausfall beschweren. Viele Krankheitsfälle in den überalterten Kollegien können durch die schrumpfende Vertretungsreserve nicht ausgeglichen werden.

Genau dies aber war absehbar. Der Senat, der für die Lehrereinstellungen zuständig ist, hätte nur einen Blick in die Statistiken der größten Berliner Krankenkassen zu werfen brauchen, um zu erfahren, dass sich mit steigendem Alter eben auch die Fehlzeiten häufen. So verzeichnet die Techniker Krankenkasse, dass Frauen zwischen 35 und 40 Jahren im Jahr 2004 knapp elf Tage fehlten, zwischen 55 und 60 Jahren aber knapp 22 Tage. Die Barmer Ersatzkasse hat ähnliche Zahlen, die AOK auch. Wenn man dann bedenkt, dass mehr als 8000 der 30 000 Berliner Lehrer über 55 Jahre alt sind und das Durchschnittsalter bei 49 liegt, kann einen der grassierende Unterrichtsausfall nicht mehr wundern. Abhilfe ist nicht in Sicht. sve

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