Werbinich : Kurt Krömer?

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Kurt Krömer trägt im Fernsehen ein ziemlich hässliches Brillengestell und ständig einen schlecht geschnittenen Anzug. Hat der die Klamotten von seinem Vater?

Nee, die gehören zur Show. Krömer spielt einen gebürtigen West-Berliner aus dem Arbeiterkiez. Ein bisschen vertrottelt, aber liebenswert ehrlich, ein echter Neuköllner.

Und warum ist Kurt Krömer jetzt so wichtig?

Er war für den Grimme- Preis nominiert.

Wer war noch mal Grimme?

Adolf Grimme war großer Nazi-Gegner und später Senderchef vom Nordwestdeutschen Rundfunk. Den Sender gab’s nur bis in die Fünfzigerjahre, dann wurde er in NDR und WDR aufgeteilt.

Aha.

Und die besten Fernsehformate bekommen den Preis. In diesem Jahr war’s leider nicht Krömer, sondern Stromberg. Der spielt einen fiesen Büromitarbeiter, der aber eher ein lustiger Trottel ist.

Ein bisschen wie Krömer – oder wie?

Naja, Krömer ist noch realistischer, er ist nämlich gebürtiger Neuköllner. Er muss seine Berliner Schnauze nicht spielen.

Müssen schlichte Charaktere im Fernsehen eigentlich immer Berlin-Bezug haben?

Scheint so. Früher gab’s die Serie „Ein Herz und eine Seele“, die spielte zwar in Bochum. Aber die Hauptfigur „Ekel Alfred“ hatte nicht die VfL-Fahne an der Wand – sondern die von Hertha BSC. AG

Nicht zu verwechseln mit Kurt Cobain, Detlev Buck und Milhouse.

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