Werbinich : Mal sehen

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In Berlin ist es ganz leicht, etwas über das Judentum rauszufinden. Zum Beispiel kann man eine Synagoge besuchen. Oder ins Jüdische Museum in Kreuzberg gehen. Dort stehen sogar Leute rum, die einem Fragen beantworten. Die haben auch im Sommer rote Schals um und fallen selbst dann nicht in Ohnmacht, wenn jemand fragt, ob Juden denn blonde Haare haben können. Und ob man auch gleichzeitig Jude und Deutscher sein kann. Daran sind die Leute im Jüdischen Museum gewöhnt, und sie sagen dann halt zweimal „Na klar“. Wenn man das will, erklären sie einem auch, warum gläubige Juden nur Gummibärchen essen dürfen, die koscher sind. Probieren kann man die übrigens auch. Außerdem kann man sich interessante Zeichentrickfilme angucken. Und Sexspielzeug, das man allerdings nicht ausprobieren darf.

LERNEN

Natürlich lernt man auch etwas über die Religion. Und darüber, warum die meisten Deutschen während des Dritten Reichs darauf aus waren, dass ihre jüdischen Nachbarn verjagt und umgebracht werden. Wobei man das auch hinterher auf gar keinen Fall versteht.

VERIRREN

Das Problem an dem Museum ist, dass man sich ständig verläuft. Das Gebäude ist zwar sehr beeindruckend, aber eben auch riesengroß. Und wenn man irgendwann zum siebten Mal an der gleichen Ecke vorbeikommt, kann einem das auf die Nerven gehen. sh

Jüdisches Museum Berlin, Lindenstraße 9 - 14, 10969 Berlin, geöffnet jeden Tag von 10 bis 20 Uhr, montags bis 22 Uhr, der Eintritt kostet ermäßigt zwei Euro 50, sonst fünf Euro

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