Werbinich : Mehr Geld für Experimente

-

Vor einer Woche haben wir hier die Pläne der Schulverwaltung vorgestellt, ein neues Fach an den Berliner Grundschulen einzuführen: die Naturwissenschaften. Daraufhin erreichten uns Protestbriefe der Oppositionsparteien im Abgeordnetenhaus. Die Politiker kritisieren, dass Schulsenator Klaus Böger (SPD) im TagesspiegelInterview den Lehrern geraten hatte, sie könnten zur Vorbereitung auf den Unterricht „ins Planetarium gehen“. Das sei ein „bildungspolitischer Offenbarungseid und reiner Hohn“, sagt die schulpolitische Sprecherin der CDU, Katrin Schultze-Berndt.

Auch wollen die Politiker von CDU, FDP und den Grünen nicht hinnehmen, dass die Schulverwaltung den Schulen kein zusätzliches Geld zur Verfügung stellen will. Zu wenig Grundschullehrer hätten eine naturwissenschaftliche Ausbildung, sagt Schultze-Berndt. Sie fordert, dass kurz vor der großen Pensionierungswelle, mehr Lehrer mit naturwissenschaftlicher Fachrichtung eingestellt werden. Außerdem reiche das Geld für Bücher und Geräte jetzt schon nicht aus. „Für die Einrichtung des Faches muss mindestens die ‚Erstausstattung‘ finanziert werden.“

Man hätte schon vor einem Jahr beginnen müssen, die Lehrer darauf vorzubereiten, sagt Mieke Senftleben von der FDP. „Die Professionalität fehlt eben einfach in Berlin.“ Da viele Schulen nicht mal auf Geräte und Werkräume aus früheren Zeiten zurückgreifen können, fürchtet Senftleben, das die naturwissenschaftlichen Experimente mit Fünftklässlern auf das Niveau von Erstklässlern absinken könnten. Özcan Mutlu von den Grünen versteht sowieso nicht, wieso auf Grundschüler so wenig Sorgfalt verwendet werde, schließlich würden in den ersten Klassen Weichen fürs ganze Leben gestellt. clk

An dieser Stelle greifen wir ein Thema auf, das uns in der vergangenen Woche auf der Schulseite beschäftigt hat

0 Kommentare

Neuester Kommentar