Werbinich : Mit dem Basketball in die Chefetage

Für Klaus von der Heyde, Verbandschef der Berliner Kaufleute, ist das Team entscheidend

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Wenn ich das surrende Geräusch höre, das der Basketball macht, wenn er in den Korb zischt, kriege ich heute noch eine Gänsehaut. Oder das wunderbare Gefühl, wenn man ihn während des Spiels kurz, immer nur ganz kurz berührt. Wenn ich dem Basketball hinterherjagen konnte, war ich schon zur Schulzeit glücklich. Beim Basketball habe ich auch die entscheidende Erfahrung gemacht: dass es im Leben auf Teamgeist ankommt.

Ich gehörte zu den Flinken ganz vorne, die dem Gegner durch schnelle Angriffe den Ball abjagen. Als die Schulmeisterschaft im Basketball nahte, stachelte uns der Sportlehrer an: „Ihr könnt doch sonst alles besser, warum nehmt ihr nicht an der Meisterschaft teil?“ Da mussten wir natürlich in den Kampf ziehen und wurden, für alle völlig überraschend, Vizemeister. Von da an war Basketball aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Wir gründeten in einem Leverkusener Sportverein eine BasketballAbteilung und meldeteten uns zur Teilnahme am Spielbetrieb des Kreises an. Jahr für Jahr stiegen wir eine Klasse höher, 1968 erreichten wir die Bundesliga und 1970 war TuS Leverkusen 04 zum ersten Mal Deutscher Meister.

Das klappte nur, weil sich jeder einzelne seinen speziellen Fähigkeiten entsprechend eingebracht hat und wir Erfolge immer als Teamerfolge gefeiert haben. Natürlich gab es auch Niederlagen. Am Anfang konnte ich die nur schwer verkraften. Aber auch das geht im Team viel leichter als alleine.

Aber nur, wenn nicht alle übereinander herfallen, sondern jeder erstmal seine eigenen Fehler selbstkritisch analysiert. Das hat bei uns ganz gut geklappt, das haben wir uns richtig antrainiert.

Das hat mir später im Berufsleben sehr geholfen. Zum Beispiel als ich für die Commerzbank Niederlassungen leitete und es oft einen harten Wettbewerb unter den Filialen gab. Das konnte man nur als Team durchstehen. Und wie unser Trainer früher, habe ich die Mitarbeiter einzuschwören versucht: „Kommt, wir strengen uns an, wir zeigen es denen jetzt mal!“ So etwas hat natürlich nur Wirkung, wenn man sich als Chef in das Team einordnet, morgens eben auch um acht Uhr da ist und sich genauso wie alle anderen anstrengt.

Aufgezeichnet von Claudia Keller. Klaus von der Heyde ist 63 Jahre alt und Präsident des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller.

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