Werbinich : Nicht jammern – Spaß haben!

Helene Köhler[14 Jahre]

Was hat es bloß auf sich mit diesem Die-Jugend-hat-keine-Zeit-Mythos? Ist uns tatsächlich durch den Lehrplan und die vielen Aktivitäten unsere Freizeit geraubt, wie man so häufig hört? Sind wirklich wir es, die um unsere Freiheit klagen, nicht vielleicht unsere Eltern, die gerne vom Business ihrer großen Kinder erzählen?

Es mag sein, dass wir wirklich wenig Zeit haben, aber was hilft es, sich darüber zu beklagen? Wenn Kinder von neun, zehn Jahren starkem Leistungsdruck ausgesetzt sind und darunter zu ersticken drohen, finde ich das völlig falsch. Aber als Jugendlicher muss man langsam selbst entscheiden, ob man in seine Zukunft investieren und viel am Schreibtisch sitzen will oder nicht. Und wenn man das tut, dann sollte man sich nicht darüber beklagen, sondern stolz auf sich sein und Spaß an seinem Alltag haben! Es ist meine eigene Freiheit, wenn ich mich lieber meinen Pflichten zuwenden will, anstatt mich mit Freunden zu treffen, und genau so ist es meine Freiheit, die Pflichten mal sausen zu lassen und das zu tun, was für mich Freizeit bedeutet: Freunde treffen, bei schönem Wetter draußen sein, ein Buch lesen oder einfach nichts tun. Pflichten hat man doch immer, sie verfolgen einen wie der eigene Schatten. Es gehört dazu, sie auch mal beiseite schieben zu können. Pflichten können sogar zur Freizeit dazugehören. Sie können ja von mir selbst gewählt worden sein und mir Spaß machen.

Die Grenze zwischen dem, was man gerne tut, und dem, was einen belastet, liegt doch dort, wo man die Lust an etwas verliert!

Helene Köhler, 14 Jahre

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