Werbinich : Ob wir lesen? Allerdings. Am liebsten echte Bücher

Helene Köhler[14 Jahre]

Jährlich werden allein in Deutschland 8000 Bücher im Jahr herausgebracht, von denen manche millionenfach über den Tisch gehen. Aber wie kommt die Gesellschaft eigentlich darauf, Jugendliche läsen keine Bücher mehr? Die Jugend las laut Verkaufszahlen in den vergangenen Jahren mit Vorliebe Twilight, Harry Potter und Vergleichbares. Es gibt vielfache Nachahmungen von bebrillten Hexern und Vampiren. Auch wenn diese Art von Unterhaltungsbuch von manchen verabscheut wird: gelesen wird ja immerhin. Oder sind das Erwachsene, die sich an Jugendbüchern vergreifen?

In meiner Umgebung lesen viele – die eine Freundin liest Bücher über das dritte Reich, die andere Liebesromane. Einmal geschichtlich und einmal Kult.

Viele ältere Menschen teilen Lektüre in „Schmarrn“ und „gutes Buch“ ein. Meiner Meinung nach wird beides

gelesen.

Nur eben in rationierten Portionen und nicht jede der 8000 Neuerscheinungen.

Ich finde allerdings, die Zahl der „Schmarrn-Bücher“ überrollt die Buchläden. Was sollen wir Jugendlichen mit 20 verschiedenen Vampir-Romanen, in denen am Anfang ein Junge auftaucht und am Ende sein Mädchen zum Vampir macht? Na gut, vielleicht lesen das irgendwann auch die Lesemuffel, das wäre schon möglich.

Das Im-Buch-Versinken ist wohl etwas, was der heutige Durchschnittsmensch verlernt, weil er ständig mit den blitzschnellen Medien konfrontiert und von ihnen abgelenkt ist. Angeblich sollte im vergangenen Jahr auch das E-Book den Lesemarkt erobern, doch dieser Erfolg blieb bis jetzt weitgehend aus. Niemand, den ich gefragt habe, sagte, er hätte schon einmal ein Buch am Bildschirm gelesen. Teuer ist der Spaß außerdem. Und bei so vielen echten Büchern wird es immer Jugendliche geben, die auf den Geschmack kommen, sich in ihnen zu verkriechen.

Helene Köhler, 14 Jahre

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