Werbinich : Patriotismus

Viktor Kewenig[16 Jahre]

Ich will Deutschland, mein Vaterland, verteidigen. Deutschland zu dienen, dafür bin ich geboren. Großartiges Land!

So etwas zu sagen, kann in Deutschland schnell nach hinten losgehen. In Amerika dagegen wird jeder dafür gefeiert. Dort brauchen sie keine Wehrpflicht, und wenn der beste Basketballer aller Zeiten in einer Dankesrede seinen Bruder erwähnt, der 20 Jahre bei den Marines war, wird zehn Minuten lang geklatscht.

Die Deutschen sind nicht stolz auf ihr Land. 2006 konnte man erstmalig wieder bei der WM die Deutsche Flagge aus dem Fenster hängen. Und stolz sein. Aber in der Schule wird Patriotismus regelrecht unterdrückt. Das Thema Nationalsozialismus wird wiedergekäut, in allen Fächern, durch alle sieben Mägen, bis es einem zum Hals heraushängt. Stolz auf Deutschland ist man dann echt nicht mehr. Was alles gut war an Deutschland, die Denker, Nobelpreisträger, Schriftsteller, Komponisten, Künstler, wird vernachlässigt.

In Amerika geben sie das genaue Gegenteil weiter. Wie sie die Unabhängigkeit erlangt haben. Wie toll die Wissenschaft ist, wie übermächtig das Militär und wie stolz sie auf ihr Land sein können. Irakkrieg, die Regierung Bush, die Wirtschaftskrise – alles unbedeutend. Die Marines werden von den Kindern vergöttert, im Kino läuft Werbung fürs Militär. Amerika kümmert sich aktiv darum, dass eine Wehrpflicht nicht vonnöten ist.

Es ist komisch – obwohl wir eine Wehrpflicht haben, sind junge Menschen in Deutschland freier darüber zu entscheiden, ob sie in die Armee wollen. In Amerika werden Kinder manipuliert und Soldaten zu Helden gemacht. Dort ist es regelrecht cool, im Militär zu sein.

Aber könnten wir nicht versuchen, ein gesundes Maß an Patriotismus zu erreichen? Und besprechen Nazideutschland einfach nur einmal? Dafür können wir umso mehr Goethe oder Schiller lesen. Viktor Kewenig, 16 Jahre

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