Werbinich : Paul McCartney?

-

Paul McCartney streitet sich gerade wieder mit seiner Frau, oder?

Ja. Und jetzt, vor der Scheidung, plaudern sie wahnsinnig peinliche Streit-Details aus.

Oh. Was denn so?

Etwa, dass Paul es nicht gut fand, dass Heather eine antike Bettpfanne kaufen wollte.

Warum wollte die das?

Um sich nachts den weiten Weg zur Toilette zu sparen. Der ist für sie schwierig, weil sie nach einem Unfall nur noch ein Bein hat.

Das ist wirklich schmutzige Wäsche.

Stimmt. Und kaum jemand redet darüber, dass Paul McCartney vor kurzem sein neues Klassikwerk „Ecce Cor Meum“ veröffentlicht hat.

Äh, ein Klassikalbum von Paul McCartney? Vom alten Beatle? Gitarrengott? Frauenheld? Musik-Ikone …

… jaja, genau von dem. Acht Jahre hat er daran geschrieben, es hat sogar lateinische Textpassagen. Der Titel bedeutet „Sieh, mein Herz“.

Soso.

Es ist sein viertes klassisches Album. Der Präsident des Magdalen College in Oxford bat ihn, ein Stück für dessen neuen Konzertsaal zu schreiben. Der Präsident wünschte sich eine Chormusik, „die junge Menschen auf der ganzen Welt singen können, etwa so wie der Messias von Händel“.

Was macht den Unterschied aus, Popmusik oder Klassik zu schreiben?

McCartney fand, dass er vieles neu erlernen musste. Anfangs waren etwa die Solisten-Passagen zu lang. Den Chorknaben ging die Puste aus. Aber das Schöne wäre, hat er mal gesagt, im Publikum sitzen zu können und seine eigene Musik anzuhören. Wenn er selbst auf der Bühne steht, ginge das ja nicht. wbi

Nicht zu verwechseln mit Kent Nagano, Paul Auster und Sir Elton John.

0 Kommentare

Neuester Kommentar