„Plötzlich denkst du: Das war’s jetzt also?!“ : Sibermond erinnern sich an ihre Abifahrt

Silbermond
Foto: ddp

Hallo Stefanie, Andreas, Thomas und Johannes, zusammen seid ihr Silbermond. Wer hat das beste Abi in der Band?

… (Schweigen)

Hallo?

Stefanie: Na, ich kann ja mal anfangen: Ich hab’s 2003 geschafft mit der Durchschnittsnote 2,2. Und ihr?

Johannes: Zwei Jahre früher. 2,0

Thomas: Mmh, ich habe 1,3 im Durchschnitt. Aber ich finde, dass Andreas viel belesener ist. Der liest Kafka.

Andreas: Danke. Aber ich bin 2001 durchs Abi gefallen, ein Jahr später habe ich abgebrochen. Die Fahrt habe ich trotzdem mitgemacht. Wir waren in Litauen. Großartig, auch die Frauen. Ich habe sogar ein Mädchen angesprochen, das mache ich sonst nie. Ich sagte: „You’re so beautiful“, sie antwortete irgendwas auf Litauisch, und zehn Minuten später ist sie gegangen.

Stefanie, Johannes, Thomas: Ooooh!

Thomas: Also, ich war bei meiner Abifahrt 2002 immerhin gefühlsmäßig dabei. Ich konnte leider nicht mit nach Italien fahren, habe aber rund um die Uhr ein Gewitter von SMS erhalten mit genauesten Details, wer jetzt gerade ein alkoholisches Getränk bestellt.

Stefanie: Und wir waren in London. Wir hatten uns gesagt: Saufen können wir jeden Tag in Bautzen. Außerdem waren wir nach den ersten Bieren in London quasi pleite, so teuer ist das dort. Wir machten so ein bisschen auf Kultur. Es muss ja nicht gleich Weimar sein, oder, Johannes?

Johannes: Ach, Weimar klingt so strebsam, war aber eine echt gute Abifahrt, ein Kulturausflug zum Abschluss. Wir sind 2001 zu Schiller & Goethe gefahren. Die Reise hat uns ein letztes Mal zusammengeschweißt.

Stefanie: Genau, darum geht es, daran sollten die ganzen Abileute denken. Klar wird ordentlich gefeiert, aber am letzten Abend kommt der Moment, da denkst du plötzlich: Oh, Scheiße, das war’s jetzt also?! Du siehst gerade das letzte Mal deine Leute, mit denen du jahrelang die Schule besucht hast. Diesen allerletzten Moment muss man auf der Abifahrt unbedingt genießen.

Aufgezeichnet von André Görke.

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