Werbinich : Post vom Bildungssenator

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Vergangene Woche druckten wir hier einen Brief an Bildungssenator Jürgen Zöllner (SPD) über den Erziehermangel an den Grundschulhorten ab. Absenderin Daniela von Treuenfels vom Vorstand des Bezirkselternausschusses Steglitz-Zehlendorf schickt an den Senator seit Wochen tägliche Berichte über Missstände an Berliner Schulen. Heute antwortet ihr der Senator auf Bitten des Tagesspiegels.

„Sehr geehrte Frau von Treuenfels, Ihr Engagement für eine bessere Ausstattung der Schulen kann ich nur unterstützen. Zu einer fairen Auseinandersetzung darüber gehört aber auch Wahrhaftigkeit.

So arbeiten Berlins Grundschulen – anders als von ihnen behauptet – im Erzieherbereich keineswegs ohne Vertretungsreserve. Richtig ist, dass in der Berechnung der Zumessung von Erzieherstellen Ausfallzeiten beispielsweise durch Urlaub, Krankheit oder Fortbildungen bereits enthalten sind. Auch Ihre Feststellung, dass eine Erzieherin oder ein Erzieher durch tarifrechtliche Regelungen elf Wochen im Jahr fehlt, stimmt so nicht.

Nur die Hälfte der Arbeitszeitkontentage müssen pro Jahr gewährt werden. Weitere Arbeitszeitkontentage können nur dann gewährt werden, wenn die aktuelle Personalsituation der Schule das zulässt. Während der Ferien etwa nehmen nicht alle Kinder an der ergänzenden Betreuung teil, so dass gegebenenfalls auch weniger Erzieherinnen benötigt werden. Zusätzlich sind zum Ausgleich der Arbeitszeitkontentage rund 900 Erzieherkräfte aus dem zentralen Stellenpool an den Schulen und Kitas eingesetzt. Das ist keine geringe Zahl.

Natürlich kann es bei extrem hohem Krankenstand zu Personalengpässen wie an der Alt-Lankwitzer Grundschule kommen, auch wenn alle Erzieherstellen besetzt sind. In der Alt-Lankwitzer Grundschule standen im Übrigen – bis auf einen Tag – mindestens sechs Erzieherinnen für maximal 138 Kinder zur Verfügung.

Einzelne Schulen können in schwierige Personalsituationen kommen, die zu lösen sind. Auf die Verantwortung der Schulen und deren Kooperation bauend, bin ich überzeugt, dass wir gemeinsam Lösungen für anstehende Probleme finden werden, denn auch eine deutlich höhere Personalausstattung könnte Personalengpässe nicht prinzipiell verhindern.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner

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