Werbinich : Probelauf mit Problemen

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als Idee:

Der Deutschkurs ist gedacht für die so genannten Hauskinder: Kinder aus nicht deutschsprachigen Elternhäusern, die keine Kita- oder Vorklasse besuchen, sondern zu Hause bei den Eltern oder Großeltern aufwachsen – und da kein Deutsch lernen. In den Stunden sollen die Kinder spielerisch so viel von der Sprache lernen, dass sie zur Einschulung im kommenden Sommer dem Unterricht folgen können.

- in Zahlen:

Los ging es im Februar. An 54 Grundschulen wurden 59 Kurse eingerichtet, etwa 600 Kinder sollten zu den Sprachkursen kommen. Der Kurs umfasste täglich zwei Stunden Unterricht. Dieser Kurs sei kein freiwilliges Angebot, hatte die Schulbehörde verkündet, die Stunden seien Pflicht.

BEWERTUNGEN

- von der Schulverwaltung:

„Wir haben geschafft, was wir schaffen wollten“, lobt Kenneth Frisse, Sprecher von Bildungssenator Klaus Böger (SPD) die Erfolge des Deutschkurses: „Die Kinder fit machen für die Schule.“ Laut Frisse gab es von Lehrern, Eltern und Schülern viele positive Rückmeldungen. Eine systematische Bewertung der Sprachkurse habe man bisher nicht in Angriff genommen.

- von der Schulleiterin:

Wenig euphorisch blickt Marion Berning von der Rixdorfer Grundschule in Neukölln auf den ersten Durchgang des Deutschkurses zurück. Anfangs waren nur zwei von angemeldeten fünf Kinder erschienen, die Eltern der anderen wurden ermahnt und schickten ihre Kinder dann doch in die Schule – allerdings unregelmäßig. Aber auch bei regelmäßiger Teilnahme seien zwei Stunden am Tag, zehn Stunden in der Woche zu wenig, sagt die Schulleiterin. Marion Berning hat den Kurs an ihrer Schule mit Kindern aus der

Vorklasse aufgefüllt, damit

die Kinder auch miteinander

sprechen lernen.

- von der Lehrerin:

In der ersten Deutschstunde saßen in der Rixdorfer Grundschule zwei Schüler vor Ingrid Arnold: der kleine Serife und das Mädchen Adna. Serife hat man inzwischen einen Sprachfehler attestiert und seine Einschulung um ein Jahr verschoben. Adna sei „kaum gekommen“, sagt Ingrid Arnold. Dass sie nicht regelmäßig erscheinen, sei bei allen Deutschschülern das Problem gewesen, sagt die Lehrerin. Mal hätten die Eltern ihr Kind krank gemeldet, mal seien die Kleinen nicht gebracht worden. Entsprechend bescheiden fällt das Resümee der Lehrerin aus: Die Kinder sind nach wie vor nicht schulfähig. ari

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