Werbinich : Rauchverbot

Verdammt! Ich dachte, ich halt’s bis morgen früh ohne Kippen aus. Mit zitternden Fingern ziehe ich den Reißverschluss meiner Jacke zu, stülpe mir die Kapuze über und gehe hinaus in den strömenden Regen. Ich renne schon fast bis zum Kiosk, reiße die neue Schachtel auf und … STOPP! Will ich so sein?

Wogegen lehne ich mich in meinem Alltag auf? Gegen nervende Eltern, unfaire Lehrer, politische Ungerechtigkeiten, blödsinnige Fernsehshows. Und das alles soll davon übertrumpft werden, dass ich von meiner Zigarette kontrolliert werde? Einem Ding, das nicht nur Mundgeruch, verminderte sportliche Leistungsfähigkeit und erhöhtes Krebsrisiko zur Folge haben kann, sondern auch noch arschteuer ist? Bestimmt nicht!

Andere können von mir aus rauchen. Vielleicht bringt es ihnen ja was: Entspannung, weniger Nervosität oder einen heißen Flirt nach dem Motto: „Hast du Feuer?“ „Du bist so heiß, eigentlich müsste sich die Zigarette von selbst anzünden!“ Schließlich ist jeder selbst für sich verantwortlich.

Genau deshalb freue ich mich über das Rauchverbot in Restaurants. Wenn ich esse, soll nicht durch den Qualm fremder Leute am Nachbartisch meine Lebenserwartung verkürzt werden. Mal ganz davon abgesehen, dass ich es einfach eklig finde, wenn der Geschmack jeglicher Nahrung durch Rauch übertüncht wird.

Zum Glück ist auch mein Freund Nichtraucher. Es würde mir auch leidtun, ihn ständig vor die Tür jagen zu müssen, wenn wir bei mir sind. Denn in unserem Haus herrscht absolutes Rauchverbot.

Caroline Stelzer, 17 Jahre

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben