Werbinich : Rund um die Rotunde

Salons und Seminare, Kongresse und Konzerte: Im Verlagshaus ist jede Menge los.

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Der Wahlbeobachter. USA-Korrespondent Christoph von Marschall war in diesem Jahr zweimal im Salon zu Gast. Foto: Mike Wolff
Der Wahlbeobachter. USA-Korrespondent Christoph von Marschall war in diesem Jahr zweimal im Salon zu Gast. Foto: Mike Wolff

Glück, was heißt das für eine Zeitung? Der Tagesspiegel jedenfalls hat Glück gehabt, als er am 3. Oktober 2009 von der Potsdamer Straße ins neue Verlagsgebäude am Askanischen Platz zog. Denn das weitverzweigte Haus am Anhalter Bahnhof, das Anfang des 20. Jahrhunderts als Siemens-Zentrale gebaut wurde, bietet viel Raum für Austausch. Das ganze Erdgeschoss ist auf Begegnung ausgelegt: Es gibt Konferenzräume, groß genug für Lesungen und Debatten, Kongresse und Messen, eine elegante Rotunde mit einem Bechstein-Flügel für Konzerte und Empfänge, eine „eßkultur“-Kantine, die das Catering zu Veranstaltungen beisteuert. Dazu einige Innenhöfe, die auch mal mit Bühnen oder Bierbänken bestückt werden können, und nicht zuletzt den Tagesspiegel-Shop.

Am Tag der offenen Tür, der Anfang September zum zweiten Mal stattfand, verschafften sich tausende Leser einen Eindruck von den Räumlichkeiten. Viele von ihnen konnten bei Führungen auch die Redaktionsräume in den oberen Etagen besichtigen, darunter den zentralen Newsroom, das Großraumbüro, in dem die aktuelle Zeitung produziert wird.

Der Klassiker unter den Tagesspiegel-Veranstaltungen ist die Reihe „Zeitung im Salon“, bei der Autoren aus dem Hause oder freie Mitarbeiter ihre Bücher vorstellen, in diesem Jahr zum Beispiel Amerika-Korrespondent Christoph von Marschall, Russland-Kenner Jens Mühling oder Kolumnist Harald Martenstein. Diese Veranstaltungen mit Livemusik und passendem Essen gab es bereits vor dem Umzug an den Askanischen Platz an wechselnden Orten. Hinzu gekommen sind Wissenschaftssalons mit renommierten Autoren – etwa mit der Tiefseeforscherin Antje Boetius oder dem Hirnforscher Gerhard Roth – , Konzerte und Debatten, zuletzt zur Lage in Syrien.

Sehr erfolgreich sind die Kongresse und Konferenzen, bei denen der Tagesspiegel als Veranstalter auftritt: Nach dem „eMobility Summit“ und dem „Cloud Forum“ kommen jetzt im November Unternehmer und Personalverantwortliche zur Konferenz „DIVERSITY 2012“. Auch andere Veranstalter nutzen gerne die Räume, diese Woche etwa für den „kulturvinvest“-Kongress.

Der „Bewerbertag“ im Januar zieht über 1000 Schüler an, die sich bei namhaften Unternehmen und Bildungseinrichtungen über Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten informieren. Einmal monatlich treffen sich die Mitglieder des „Berlin Maximal Clubs“, des Businessclubs des Tagesspiegels, um mit prominenten Gastrednern zu diskutieren und sich zu vernetzen.

Und freitags abends, wenn die meisten Redakteure und Mitarbeiter der Anzeigenabteilung und des Vertriebs das Haus verlassen haben, wenn es still geworden ist in den breiten Altbaugängen, dann beginnen die Seminare der Tagesspiegel-Akademie. Dort können junge und erwachsene Leser zum Beispiel trainieren, wie sie überzeugend auftreten, sich besser organisieren oder journalistisch schreiben. Beliebtestes Seminar bei den Erwachsenen ist, für viele erstaunlich, „Autobiografisch schreiben“, bei den Schülern ab 16 dagegen sind vor allem die Kurse zum Journalismus schnell ausgebucht.D.N.

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