Werbinich : Russen raten: Kascha statt Pausenbrot

Jens Mühling

Russland ist in diesem Jahr bei der Grünen Woche das Partnerland. Bis zum 22. Januar empfehlen deshalb täglich Kenner der russischen Küche, was man unbedingt probieren sollte.

Jedes Kind kennt Kascha. In Russland jedenfalls. Denn dort ist die graubraune Getreidegrütze das Standard-Frühstück, das bei keiner Schulspeisung fehlen darf. Zumindest war das zu Sowjetzeiten so, als Ljubow und Lew Wilenskij noch zur Schule gingen, damals, in Leningrad. Heute leben die beiden Rentner in Berlin, als Spätaussiedler sind sie vor einigen Jahren nach Deutschland gekommen. Leningrad heißt heute Sankt Petersburg, die Sowjetunion gibt es nicht mehr, aber Kascha essen Lew und Ljubow immer noch jeden Morgen: „Meine Frau bereitet das ganz vorzüglich zu“, versichert Herr Wilenskij. Kochen kann man Kascha aus verschiedenen Getreidesorten, zum Beispiel aus Buchweizen, Hirse, Gries oder Graupen. In der Regel wird es zum Frühstück leicht gezuckert gegessen, es lässt sich aber auch mit herzhaften Zutaten wie Speck kombinieren. Warum Kascha in Russland so beliebt ist? „Es ist ein sehr typisches, sehr traditionelles russisches Gericht“, erklärt Ljubow Wilenskij. „Kascha war schon zu Zarenzeiten sehr verbreitet, weil es kräftigend und gleichzeitig leicht zuzubereiten ist“. Vermutlich war das auch der Grund, warum Kascha in der Sowjetunion so verbreitet war: Die Zutaten waren fast immer zu haben – im Gegensatz zu so vielen anderen Lebensmitteln.

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