Werbinich : Sechs bleibt Sechs – sogar in Berlin

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Noch weiß niemand so genau, wie viele Schüler beim Mittleren Schulabschluss durchgefallen sind. Bekannt ist nur, dass viele Schulen in Mathematik mehr Sechsen verteilen müssen, als bei ihnen bisher üblich war. Deshalb hatten sie an den Bildungssenator appelliert, die vorgeschriebene Zensierung zu lockern. Dies aber hat er inzwischen abgelehnt.

Dem Vernehmen nach haben die Fachleute in der Verwaltung gewarnt, dass das Berliner Anspruchsniveau ohnehin schon recht dürftig sei. Zudem soll ein Rundruf in den Schulen ergeben haben, dass die Ergebnisse nicht so katastrophal sind, dass man die Bewertungsskala verändern müsste. Die Weißenseer Schulleiterin Karla Werkentin hat dafür kein Verständnis. Sie muss drei Schüler durchfallen lassen, denen sie eigentlich den Mittleren Schulabschluss zugetraut hatte. „Traurig“ sei das.

Aber es gibt auch andere Stimmen. Der CDU-Bildungspolitiker Gerhard Schmid hält es für richtig, dass Böger hart geblieben ist. Schließlich seien die Berliner Zehntklässler im Leistungsniveau ohnehin schon „eineinhalb Jahre“ hinter Ländern wie Baden-Württemberg zurück. Das weiß man durch die Pisa-Studie. Und wegen Pisa gibt es jetzt auch den Mittleren Schulabschluss. Man kann es drehen, wie man will: Berlins Schüler müssen besser werden. Natürlich könnte man jetzt sagen, dass man noch einmal ein Auge zudrücken sollte. Aber genau das hat man ja seit Jahrzehnten getan. Und das Ergebnis heißt – „Pisa“. sve

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