Werbinich : Silvio Berlusconi?

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Berlusconi? Das ist doch dieser ehemalige Ministerpräsident von Italien, der immer wieder wegen Korruption und Steuerhinterziehung vor Gericht stand. Ist der nicht längst im Gefängnis?

Nein, der genießt das Leben nach der Präsidentschaft.

Was macht er denn so? Rosen züchten und spazieren gehen?

Quatsch. Stattdessen verliebt er sich dauernd in viel jüngere Frauen.

Oha!

Zu dem Nacktmodel Aida Yespica, 24, hat er gesagt, er würde gern mit ihr auf eine einsame Insel ziehen. Und der Politikerin und Schönheitskönigin Mara Carfagna, 30, hat er einen Beinahe-Heiratsantrag gemacht. Bei beiden fröhlichen Annäherungsversuchen standen Journalisten daneben, und so ist Berlusconi damit in den Schlagzeilen gelandet.

Äh, ist der nicht schon, na ja, uralt?

Er ist 70.

Und verheiratet?

Er hat mit seiner Frau Veronica drei Kinder. Und seit Kurzem hat er einen nagelneuen Herzschrittmacher. Vielleicht wollte er den mal richtig testen.

Aber was sagt denn seine Frau dazu?

Die ist furchtbar sauer. Sie hat die Geschichte nämlich erst aus der Zeitung erfahren. Und dieses Blatt hat dann auch ihre Reaktion gedruckt: einen Brief, in dem sie eine Entschuldigung von ihrem Mann fordert, weil der ihre „Würde als Frau“ verletzt habe.

Richtig so! Und hat er sich jetzt wenigstens entschuldigt?

Ja, auch mit einem öffentlichem Brief und einem Interview. Er hat alles auf den „Dauerdruck“ seiner „verrückten Tage“ geschoben und auf seinen „spielerischen, selbstironischen und oft respektlosen Charakter“. Da kämen ab und zu „kleine Unverantwortlichkeiten“ vor. Er meint, seine „öffentliche Darlegung des privaten Stolzes“ sei ein „Akt der Liebe“.

Wie peinlich. Müssen die beiden eigentlich ihre Streitereien so öffentlich austragen? Warum reden sie nicht zu Hause darüber?

Na ja, anscheinend sehen sie sich nicht allzu oft. Sie erzieht in Mailand die Kinder – ohne Fernseher.

Ohne Fernseher? Hat er nicht …

… genau, er leitet in Rom einen riesengroßen Fernsehkonzern.

Hat sie sich denn von seiner Entschuldigung einwickeln lassen?

Sie hat noch nichts dazu gesagt. Aber Berlusconi ist sich sicher: Veronica sei nachsichtig. Zitat: „Was will ich mehr?“dma

Nicht zu verwechseln mit Giovanni Trappatoni, Danny de Vito und vor allem nicht mit dem römischen Schuhverkäufer Maurizio Antonini. Der ist Berlusconi-Double im Nebenjob und hat 2005 bei einer Filmpremiere in Berlin für Aufregung gesorgt, weil alle dachten, er sei wirklich der italienische Ministerpräsident. Mal sehen, vielleicht kommt er ja zur Berlinale.

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