Werbinich : Sophie Scholl?

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Sophie Scholl wurde am 22. Februar 1943 im Gefängnis MünchenStadelheim hingerichtet. Da war sie 22 Jahre alt. Wie konnte es dazu kommen?

Sophie hat sich gegen das nationalsozialistische Regime zur Wehr gesetzt. Aber nicht alleine: Sie war Mitglied in einer Widerstandsorganisation, die „Weiße Rose“ hieß.

Was hat die „Weiße Rose“ gemacht?

1942 und 1943 druckte die Gruppe insgesamt sechs Flugblätter und verteilte sie.

Was stand auf den Flugblättern?

„Nieder mit Hitler“ zum Beispiel, oder „Hitler Massenmörder“. Zuerst gab es nur eine kleine Auflage, aber dann verteilten die Mitglieder der „Weißen Rose“ tausende dieser Blätter an der Münchner Universität.

Das war sicher unglaublich gefährlich!

Ja, das war es. Die Nazis haben alle verfolgt, die gegen sie waren, deswegen haben Sophie Scholl und die anderen im Untergrund an den Flugblättern gearbeitet. Sie haben sie auch einfach in Telefonzellen gelegt oder in parkende Autos.

Wie haben die Nazis sie entdeckt?

Am 18. Februar hat Sophie zusammen mit ihrem Bruder Hans und Christoph Probst, einem weiteren Mitglied der „Weißen Rose“, in der Uni Flugblätter verteilt. Der Hausmeister hat sie dabei beobachtet und an die Gestapo verraten.

Warum hat er das gemacht?

Der Hausmeister war wahrscheinlich selbst ein Nazi. Vielleicht hat er sich auch eine Belohnung erhofft.

Gab es damals viele junge Leute, die sich gegen Hitler gestellt haben?

Gegen die Nazis rebelliert haben auch die „Edelweißpiraten“, die sich mit der „Hitlerjugend“ gekloppt haben, und die „Swingjugend“. Die waren aber relativ unpolitisch. Sie hatten entweder keine Lust auf Uniformen und militärischen Drill oder sie wollten ganz einfach zu Swingmusik tanzen. Die Nazis mochten aber keine Swingmusik.

Warum nicht?

War denen nicht deutsch genug.

Und wie ging es weiter mit Sophie?

Sie wurde drei Tage lang verhört und wie ihr Bruder und Christoph Probst zum Tod verurteilt.

Gibt es in Deutschland heute noch die Todesstrafe?

Die Todesstrafe wurde 1949 in der BRD und 1987 in der DDR abgeschafft. Die letzte Hinrichtung auf dem Gebiet der BRD fand 1949 statt. In der DDR wurde noch 1981 ein Todesurteil vollstreckt.

Gut, dass das vorbei ist.

Ja. oom

Nicht zu verwechseln mit Willi Graf, Alexander Schmorell und Kurt Huber.

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