Sport treibt Jugend : Eine Bikinifigur gibt es nicht umsonst. Also ab ins Fitnessstudio!

Marie, 18, hat sich ins Fitnesscenter getraut und herausgefunden: Die anderen müssen sich auch abstrampeln. Nur die Muskelpakete hängen lässig ab.

Marie Homeyer
Marie gibt sich die Kante.
Marie gibt sich die Kante.Foto: privat

Ladyfit, Superfit, Mcfit waren bisher nicht so mein Ding. Andererseits, ein joggender Naturfreak war ich auch nicht gerade. Ich ließ es auch gerne mal gut sein. Aber der Vorwurf meiner Fitnesscenter-verrückten Freunde, im Grunde nur faul zu sein, der saß tief. Also auf zu einer Probestunde im nächsten Fitnesscenter, um an meiner Bikinifigur zu arbeiten.

Mich empfängt eine Duftwolke aus Schweiß und Deo. Kurz will ich umdrehen, aber jetzt gibt es kein Zurück mehr: Schon sehe ich Herkules auf mich zukommen, nein, eher Popeye, meinen überaus motivierten Personal Trainer mit beeindruckend muskulösen Oberarmen. Er schickt mich in die Umkleide, wo ich von einem Mädchen kritisch beäugt werde, als sähe sie mir jedes überflüssige Pfund an. Dann wendet sie sich wieder ihrem eigenen Spiegelbild zu.

Mit Popeye wandere ich dann von Ausdauer- zu Kraftgeräten. Ich darf jedes einmal ausprobieren und stelle fest: So fit, wie ich angenommen hatte, bin ich doch nicht. Damit bin ich zum Glück nicht alleine. Ich bin umzingelt von Leuten, die sich, wie ich puterrot im Gesicht, vor, neben und hinter mir an den Sportgeräten abstrampeln. Das beruhigt, und im Takt zu den Popcharts strample ich immer motivierter.

Nach einer gefühlten Stunde gucke ich auf den Bildschirm, wo mir eine klägliche zehn entgegenblinkt. Ausgepowert, schaue ich mich noch mal um und merke: Wer genügend Muskeln aufgebaut hat, nutzt Fitnesscenter anders. Man lehnt sich im Muskelshirt, mit isotonischem Sportdrink in der Hand und Handtuch über der Schulter lässig an ein Sportgerät und beobachtet die anderen bei ihren Bemühungen.

Ich entdecke wieder das Mädchen aus der Umkleide: Jetzt, wo die Frisur sitzt, hat sie sich auf dem Sportgerät neben mir niedergelassen, natürlich, ohne die Gewichte anzurühren, und beobachtet die Muskelshirttypen. Nach einer Viertelstunde Sportgerätsitzen verschwindet sie wieder in der Umkleide. Ich mache mich mit Popeye ans Dehnen, ausgerechnet am Kopf der Gerätereihen. Das ist ein Präsentierteller, alle dürfen mich jetzt begutachten.

Zum Abschied bekomme ich meinen individuellen Trainingsplan: Dreimal die Woche 45 Minuten - mindestens! Ist das jetzt mein Todesurteil oder der Beginn einer langen Freundschaft? Marie Homeyer

 

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