Sport treibt Jugend : Ha-Ho-He Hertha BSC

Sören Wolke,18, wurde als Hertha-Fan geboren, das machte ihm in letzter Zeit nicht ganz so viel Spaß.

Sören Wolke

Hertha elektrisiert mich, seitdem ich klein war. Ich erinnere mich genau an meine ersten Besuche im Olympiastadion. Ich war überwältigt von der Größe und Akustik des Stadions und von meiner Hertha auf dem Rasen.

Es beginnt alles mit dem Weg zum Stadion. Dazu zählt auch das Drängeln in den dicht besetzten Zügen und Bussen. Man spricht mit wildfremden Menschen über die Liebe zu Hertha. Später geht es durch die Ticketkontrolle hinein in das Stadion. Der Zauber beginnt, wenn die Startformation vorgestellt wird. Dann schreie ich wie alle anderen die Namen der elf Männer in den Himmel, die den Sieg erringen wollen. Und dann kommen endlich die Mannschaften. Alle Zuschauer halten ihre Schals gen Himmel und singen „Nur nach Hause“ von Frank Zander. Wenn die Lautsprecher verstummen, singen die Fans trotzdem weiter. „Heute wollen sie gewinnen, für das blau-weiße Trikot…“ – und das versuchen die Spieler auch. Ich selbst versuche Mal für Mal, meine Hertha nach vorne zu schreien, so dass meine Stimme nach 90 Minuten heiser ist. Der wunderbarste Moment ist, wenn die Hertha ein Tor erzielt und der Stadionsprecher verkündet: „Tor für Hertha“ und das gesamte Stadion antwortet: „BSC“. Dann folgt der Name des Torschützen. Ein Ritual, bei dem ich jedes Mal aufs Neue mitfeiere.

Der mystischste Ort im Olympiastadion ist die Ostkurve. Sie ist bei fast jedem Heimspiel der Hertha voll besetzt. Die Fans der Ostkurve ihren Klub nicht alleine, auch wenn er in der 2. Liga steht.

Ich bin mit diesem Verein aufgewachsen. Ich habe mit ihm große Siege und große Saisons gefeiert, wie die fantastische Saison 2008/2009, als Hertha lange um den Meistertitel mitspielte und sich am Ende mit dem vierten Platz begnügen musste. Aber ich habe auch schon oft mit der Hertha geweint wie in der sportlich indiskutablen und grausame Saison 2009/2010. Als Tabellenletzter in die 2. Bundesliga abgestiegen; ich kann meine Trauer und Wut auch drei Jahre später nicht in Worte fassen. Aber es gab auch Spiele, die ich nicht vergessen werde. Z.B. die beiden 2.-Liga-Spiele im Olympiastadion gegen Union Berlin. Jedes Mal war das Olympiastadion ausverkauft. 2010/2011 gewann sogar Union. Anfang dieses Jahres glich Hertha kurz vor dem Spielende zum 2:2 aus. Ich habe diese Spiele sehr genossen, weil es Hauptstadtderbys nur so selten gibt.

Als Herth-Fan geboren musste ich wie viele andere in letzter Zeit häufig sportliche Tiefschläge hinnehmen. Aber ich bin mir sicher, dass Hertha sich wieder zu neuen Höchstleistungen empor schwingt. Kehrt zurück in die erste Liga und lasst uns alle wieder jubeln! Lasst die restliche Republik schon vor Angst zittern. Sind sie dann bereit für die Mannschaft von Hertha BSC?!

 

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