Sport treibt Jugend : Lieber singen als vor sich hinstarren

Man sollte die Nationalspieler nicht zwingen, die Hymne mit zu singen, findet Heinrich,16. Aber es wäre gut fürs Gemeinschaftsgefühl, wenn sie freiwillig mitsingen würden.

Heinrich Sander
Und jetzt alle! Heinrich singt schon mal mit.
Und jetzt alle! Heinrich singt schon mal mit.privat

80 000 Zuschauer auf den Rängen, Millionen daheim vor den ultramodernen Hightech- Fernsehgeräten – die Vorbereitung auf ein Spiel der Nationalmannschaft vermittelt ein Gemeinschaftsgefühl, wie man es nur selten in so großem Rahmen erlebt. Das eine oder andere Bierchen wird hintergekippt und die Stimme schon mal warm gegrölt. Dann: ein erhebender Moment der Friedfertigkeit und Zusammengehörigkeit. Die deutsche Nationalhymne ertönt. Tausende von Mündern feiern die Einigkeit. Die Kamera schwingt anmutig über die Gesichter der sportlichen Helden unseres Zeitalters. Özil, Khedira, Gomez und wie sie alle heißen, stieren Leere. Während eine ganze Nation singt, verschluckt der eine fast seinen Kaugummi, der nächste trippelt nervös von einem Bein aufs andere, die wenigsten singen.

Das Nichtmitsingen der Nationalhymne hat für mich etwas Charakterloses und Despektierliches. Es würde gesanglich gesehen bestimmt niemanden weiterbringen, wenn die Nationalspieler mitsingen würden. Aber es würde ein Gemeinschaftsgefühl zwischen Fans und Mannschaft schaffen.

Diese Kritik ist mittlerweile auch zu den Spielern durchgedrungen. Sami Khedira äußerte sich dazu folgendermaßen: „Es ist ein gutes Zeichen, wenn man die Nationalhymne singt. Aber man wird dadurch kein guter Deutscher. Ein guter Deutscher wird man, wenn man die Sprache gut spricht und die Werte lebt. Und das ist bei uns allen der Fall.“ Interessante Erklärung. Und würde man nicht mit genau diesem Singen diese beiden „Tugenden“ darstellen?

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