Werbinich : „Sportliche Nationen sind erfolgreicher“ Was man beim Training für die Gesellschaftlernt

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Wie war Ihr Sportunterricht?

Er hat so großen Spaß gemacht, dass ich sogar in der Freizeit für die Bundesjugendspiele trainiert habe. Ich bin überzeugt, dass sich die Mehrheit der Kinder gerne bewegt, wenn man es ihnen zeigt. Ich habe am liebsten geturnt.

Hatten Sie keine Angst am Reck?

Nie. Sportunterricht ist auch dafür da, dass die Leute ihre Ängste in den Griff kriegen. Er ist ein Übungsfeld für das, was wir später an Belastung, an Wettbewerb, auch an Fairness benötigen. Sportliche Leute sind besser ausgerüstet, gesellschaftliche Spielregeln einzuhalten.

Ist Sport für eine Gesellschaft wichtig?

Man lernt, dass man für den Erfolg trainieren muss und merkt, dass es im Team am meisten Spaß macht. Wettbewerb und Gemeinsamkeit ist das Prinzip der Marktwirtschaft. Sportliche Nationen sind erfolgreicher. Zu denken, dass der andere weg muss, damit ich Erfolg habe, ist Unfug. Ich brauche jemanden, mit dem ich mich messen kann.

Raten Sie Managern zu mehr Sport?

Ja, ständig. Wenn man sich umfassender trainiert, ist man besser. Das Gehirn baut Fett ab, wenn man sich bewegt. Damit entstehen mehr neuronale Schaltungen. Das begreifen immer mehr Menschen. Hunderttausende gehen in Fitnessstudios und im Supermarkt zu den Regalen, an denen „leicht“, „mager“ steht. Das ist der Anfang von Innovation in unserem Land. Innovation kommt nicht offiziell; sie wächst unbemerkt in den Nischen.

Das Gespräch führte Claudia Keller.

GERTRUD HÖHLER (63) ist Publizistin und berät Konzerne und Politiker. Die studierte Literaturwissenschaftlerin setzt sich dafür ein, dass sportliche Belange mehr Bedeutung bekommen.

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