Werbinich : Unbill zu Pfingsten

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Die Stimmung zwischen den Lehrern und Bildungssenator Klaus Böger (SPD) wird einfach nicht besser. Die letzte Arbeitszeitverlängerung ist noch lange nicht vergeben, auch nicht das Geschacher um Präsenzzeiten in den Ferien. Unvergessen ist auch der Ärger um die zwei freien Tage, die es ab 2003/04 jährlich als Ausgleich für die empfindlichen Gehaltskürzungen geben sollte: Die Lehrer bekamen zwar frei, mussten dafür aber jede Menge Überstunden leisten, um damit wiederum die freien Tage ihrer Kollegen zu ermöglichen.

Inzwischen hat Böger neues Öl ins Feuer gegossen. Eigentlich sollte es nächstes Jahr erstmals seit langen Jahren Pfingstferien geben, da wegen des Turnerfestes die Schulen als Wohnstätten für die anreisenden Schüler aus dem Bundesgebiet gebraucht werden. Dann kam die Bildungsbehörde auf die Idee, dass das Turnerfest doch eine treffliche Gelegenheit wäre, das erneut auftauchende Problem der zwei freien Tage zu lösen. Dazu mussten die Ferientage allerdings erst einmal wieder in Unterrichtstage umdeklariert werden. Denn Ferientage kann man ja schlecht „frei“ geben.

Das Ganze ist schon eine Weile bekannt und gab auch schon jede Menge Gesprächsstoff in den Lehrerzimmern. Nun hofft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), dass Lehrer Widerspruch gegen diese „Betrögerei“ einlegen. Erst wenn ein solcher Widerspruch von der Behörde zurückgewiesen wird, kann man vom Verwaltungsgericht klären lassen, ob offiziell verkündete Ferientage einfach nachträglich „umgerubelt“ werden dürfen, wie es GEWChef Ulrich Thöne gestern ausdrückte. sve

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